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Holthaus: Viele Christen sind „geistliche Angsthasen“ geworden

29.01.2026

Prof. Stephan Holthaus bei seiner Andacht beim IDEA-Jahresempfang. Foto: IDEA/Matthias Schmitt
Prof. Stephan Holthaus bei seiner Andacht beim IDEA-Jahresempfang. Foto: IDEA/Matthias Schmitt

In Deutschland greift eine zunehmende Mutlosigkeit um sich. Diese Beobachtung schilderte der Rektor der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, Prof. Stephan Holthaus, bei seiner Andacht beim Jahresempfang der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA am 28. Januar in Wetzlar. „Wir sind zaghaft geworden, vorsichtig, scheuen das Risiko in unsicheren Zeiten.“

Auch in Kirchen und Gemeinden nehme Resignation zu. „Wir sind geistliche Angsthasen geworden“, so Holthaus. Anstatt mutig Hoffnung und Orientierung zu geben, erschöpfe man sich oft in System- und Ordnungsfragen. Der Bekennermut sei selten geworden, Gespräche über den Glauben mit Außenstehenden fänden kaum noch statt.

Der Theologe kritisierte auch selbsternannte Apologeten, die ihre Positionen lediglich in den eigenen Kreisen vertreten: „Das hat nichts mit Mut zu tun.“

Prof. Stephan Holthaus sprach vor rund 200 Gästen. Foto: IDEA/Matthias Schmitt

Mut als Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen

Der Theologe rief zu mutigem Handeln auf. Ausgehend von Josua 1,9: „Sei stark und mutig! Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wo immer du gehst“ unterstrich Holthaus, wie wichtig Glaubensmut gerade heute sei.

Er schilderte zu Beginn eine persönliche Erfahrung aus dem Schwimmunterricht in der Schulzeit, bei der er eine Mutprobe bestehen musste. Er stellte fest: „Das brauchte Mut, viel Mut.“ An diese Erfahrung anknüpfend betonte der Theologe, dass die Aufforderung, mutig zu sein, in der Bibel häufig vorkomme. Christen sollten „mutig Schritte im Glauben tun“ und „den Herausforderungen der Zeit ins Auge sehen“.

Laut Holthaus ist Mut „die innere Bereitschaft, sich in eine gefahrvolle und unsichere Situation hineinzubegeben“. Der Mutige verlasse die Komfortzone, wage Neues und stelle sich Herausforderungen. Dabei gehe es nicht um Leichtsinn oder Überheblichkeit, sondern um abgewogene und besonnene Entscheidungen.

Glaubensmut hat eine geistliche Quelle

Holthaus erinnerte bei seiner Andacht auch an das Zeugnis der niederländischen Holocaustüberlebenden und Evangelistin Corrie ten Boom (1892–1983). In existenziellen Notlagen – wie sie Corrie ten Boom im Konzentrationslager Ravensbrück erlebte – sei die Quelle des Muts das Gebet zu Jesus Christus. Dieser „Glaubensmut“ ermögliche es, auch andere zu ermutigen.

Angesichts einer unsicheren Zukunft, gesellschaftlicher Herausforderungen und einer Medienlandschaft im Umbruch rief Holthaus dazu auf, sich nicht von Angst und Resignation bestimmen zu lassen. „Wir brauchen Nachfolger Jesu, die sich nicht erschrecken und verbiegen lassen von der Gottlosigkeit und den Schicksalsschlägen des eigenen Lebens.“ Mut bedeute nicht Anpassung oder Rückzug, sondern das Festhalten an Gottes Zusagen.

Zum Abschluss appellierte Holthaus an die Mitarbeiter von IDEA und alle Glaubensgeschwister und zitierte dabei Corrie ten Boom: „Bitte seid mutig bei IDEA, bitte seid mutig, ihr Glaubensgeschwister hier. Verzagt nicht angesicht der Umstände dieser Zeit. Und vergesst niemals: ‚Mut ist Angst, die gebetet hat.‘“

Zur IDEA-Gruppe gehören neben der Nachrichtenagentur der Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF) und die Medienagentur zeichensetzen.

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