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KI-Experte glaubt an Kirchenwachstum durch Künstliche Intelligenz

29.01.2026

Der Tech-Spezialist und IT-Manager, Steffen Ehl. Foto: IDEA/senses-matthiasschmitt.de
Der Tech-Spezialist und IT-Manager, Steffen Ehl. Foto: IDEA/senses-matthiasschmitt.de

Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) können zu einem Kirchenwachstum in Deutschland führen. Davon ist der Tech-Spezialist und IT-Manager, Steffen Ehl, überzeugt. Er äußerte sich in einem Impulsvortrag vor rund 200 geladenen Gästen während des Jahresempfangs der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA im mittelhessischen Wetzlar. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage „Ist Gott überflüssig?“.

Ehl sieht bei der KI zahlreiche Chancen für Christen und mahnt an, diese zu nutzen. Die immer besser werdenden Bild- und Videomanipulationen durch KI (Deepfake) erzeugten zunehmend eine Unsicherheit in der Gesellschaft. Es sei nicht mehr so einfach zu erkennen, was wahr ist. Laut Ehl dürften Christen hier Orientierung durch das Wort Gottes und seine darin enthaltenen Wahrheiten geben. Gleichzeitig könne KI ein Türöffner zu Menschen sein, die zwar auf der Sinnsuche seien aber nicht auf die Idee kämen, die Antworten in der Kirche zu suchen.

Schon jetzt nutzten viele Anwender KI als Suchmaschine in persönlichen Fragen oder gar als eine Form von Therapie oder Seelsorge, etwa bei Suizidgedanken. Ehl lud vor diesem Hintergrund dazu ein, Glaubensangebote und Gemeindeinternetseiten KI-freundlich zu gestalten, um für solche Suchenden sichtbar zu werden. Der Tech-Spezialist ist überzeugt davon, dass sich Menschen in Deutschland christlichen Inhalten wieder zuwenden werden, so wie dies bereits in Großbritannien und den USA zu beobachten ist. Handelten die Christen klug, werde dies zum Kirchenwachstum führen.

Der Leiter der Stabsstelle Digitalisierung im EKD-Kirchenamt, Christian Sterzik. Foto: IDEA/senses-matthiasschmitt.de

EKD-Experte für Digitalisierung: KI ist ein Werkzeug und kein Geschöpf

Die Möglichkeiten von KI hat auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für sich erkannt. Der Leiter der Stabsstelle Digitalisierung im EKD-Kirchenamt, Christian Sterzik (Hannover), berichtete in einem Interview auf dem Jahresempfang, dass sie sich bereits seit etwa sechs Jahren mit der Thematik auseinandersetzt. Auch wenn Maschinen immer klüger würden und den Menschen immer mehr Antworten auf ihre Fragen lieferten, sei er davon überzeugt: KI macht Gott nicht überflüssig. Sie sei kein Gegenüber. Sie sei ein Werkzeug und kein Geschöpf.

KI könne aus seiner Sicht niemals den Menschen als Ebenbild Gottes infrage stellen oder gar ersetzen. Als Werkzeug wolle man sie aber in der EKD nutzen: So würden bereits Geistliche und Kirchenmitarbeiter im Umgang mit KI geschult, etwa um effizienter und sicherer zu arbeiten oder Prozesse zu automatisieren.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) und die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) hätten gemeinsam mit der Stabsstelle Digitalisierung die KI-Plattform „ELOKI“ gestartet. Ziel sei es, Mitarbeitern in Kirche und Diakonie eine datenschutzkonforme Nutzung von KI zu ermöglichen – ohne Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen. Außerdem habe man in Zusammenarbeit mit Ortsgemeinden bereits 18.600 Kirchenadressen für KI auffindbar gemacht.

Ebenso könne KI für Pastoren eine Hilfe sein, etwa bei der Predigtvorbereitung. Natürlich trage der Mensch die letzte Verantwortung für den Text, betont Sterzik. Aber wie auch ein Computer-Programm Rechtschreibfehler aufzeige, könne KI bei der Optimierung unterstützen. Sie könne beispielsweise helfen, die Predigtinhalte auf bestimmte Zielgruppen zuzuschneiden.

Bei der Seelsorge stoße die KI hingegen an ihre Grenzen. Hier brauche es echtes Einfühlungsvermögen und Mitgefühl eines Menschen, die eine KI nicht leisten könne.

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