Montag • 25. September
„Nashville-Erklärung“
01. September 2017

Evangelikale Leiter in den USA: Dem Zeitgeist widerstehen

Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Foto: pixabay.com
Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Foto: pixabay.com

Nashville (idea) – In den USA haben rund 150 evangelikale Leiter eine theologische Erklärung verabschiedet, in der sie sich gegen Homo- und Transsexualität wenden. Christen, die sich an der Bibel orientierten, könnten beides nicht gutheißen. Denn Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Der Rahmen, in dem beide zusammenleben sollten, sei die Ehe, heißt es in der sogenannten „Nashville-Erklärung“. Die Erklärung ist nach Ansicht der Autoren notwendig, um Kirchen, Gemeinden, Hauskreisen und Familien dabei zu helfen, dem Zeitgeist zu widerstehen. Die westliche Kultur sei zunehmend nachchristlich. Das verunsichere viele Christen. Ihnen wolle man eine Art Katechismus anbieten, der darlegt, was die Bibel zu grundlegenden Fragen des menschlichen Zusammenlebens sagt. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen der Präsident der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit der Südlichen Baptisten, Russell Moore (Washington), sowie der Pastor und Buchautor John Piper (Minneapolis/Bundesstatt Minnesota).

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Garth: Diese US-Evangelikalen beschädigen das Christentum

Die Erklärung sorgt aber auch in christlichen Kreisen für Widerspruch. Die liberale lutherische Pastorin Nadia Bolz-Weber (Denver) reagierte mit einem Gegenpapier, der sogenannten Denver-Erklärung. Das Nashville-Papier sei ein Beispiel dafür, wie man die Herzen und Leben von Menschen ignoriere, um an einer Lehre festzuhalten. Gott wolle die Ehe nicht nur Personen vorbehalten, die heterosexuell sind. Vielmehr habe er den Menschen in einer Vielfalt sexueller Identitäten geschaffen. Bolz-Weber hat 2008 die Gemeinde „Haus für alle, Sünder und Heilige“ gegründet. Sie startete mit rund 30 Besuchern; heute hat die Gemeinde rund 200 Mitglieder. Ihren Körper hat sie mit Tätowierungen biblischer Szenen bedeckt. Auch aus Deutschland kam Kritik. Der Pfarrer der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg, Alexander Garth, schrieb auf Facebook, US-Evangelikale beschädigten das Christentum: „Sie vermitteln ein Bild, dass der christliche Glaube vor allem eine antischwule, politisch äußerst rechtslastige, antiemanzipatorische Bewegung sei, die sich vor allem durch Abgrenzung definiert. Wir sind aber eine liebevolle Einladung für alle Menschen zum Heil in Christus.“

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