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Pastor Marcus Piehl muss seine Gemeinde verlassen

28.05.2021

Pastor Marcus Piehl. Screenshot: YouTube/St. Johannis Nordstemmen
Pastor Marcus Piehl. Screenshot: YouTube/St. Johannis Nordstemmen

Hildesheim (IDEA) – Der theologisch konservative Pastor Marcus Piehl (Nordstemmen bei Hildesheim) muss seine Gemeinde verlassen. Der Kirchenvorstand der St. Johannisgemeinde in Nordstemmen hat sich in einer Sitzung am 27. Mai für einen personellen Neuanfang im Pfarramt ausgesprochen. Er befürworte einen Wechsel von Piehl auf eine andere Stelle, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle des Sprengels Hildesheim-Göttingen vom 28. Mai.

Kontroverse um Geschlechtervielfalt

Zum Hintergrund: Im Gemeindebrief hatte Piehl die aktuelle Auseinandersetzung über die Geschlechtervielfalt als einen „Angriff auf Gottes Ordnung“ bezeichnet. Er hatte seine Haltung zur Rolle der klassischen Familie aus Vater, Mutter und Kind mit der Bibel begründet.

Die Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führte er unter anderem auf das „Zerbrechen der Familie“ und die häufige Abwesenheit des Vaters zurück.

Piehl bat um Entschuldigung

Daraufhin hatten sich die Kirchenleitung der hannoverschen Landeskirche, die beiden Superintendenten im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld, Christian Castel (Elze) und Katharina Henking (Alfeld), sowie der Kirchenvorstand von Piehl distanziert. Nach einem Gespräch mit Castel hatte Piehl für seine Äußerungen um Entschuldigung gebeten. Anschließend nahm er nach den Worten von Castel seinen „regulären Erholungsurlaub“. Ob er aus seinem Urlaub noch einmal in seine Gemeinde zurückkehren werde, steht noch nicht fest, hieß es auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA aus der Pressestelle des Sprengels. Über seine künftige Aufgabe sei die Landeskirche aktuell mit Piehl im Gespräch.

Die Polarisierung in der Gemeinde überwinden

Castel wird in der Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Die Kirchenvorsteher hoffen, dass ein Neuanfang im Pfarramt dazu beiträgt, die Polarisierung, die in der Gemeinde in Folge des Artikels entstanden ist, zu überwinden.“ Künftig solle wieder „die vielfältige Gemeindearbeit“ im Vordergrund stehen. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis hat rund 2.500 Mitglieder. Der Sonntagsgottesdienst zählte vor der Corona-Pandemie rund 50 Besucher.

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