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Pietisten lehnen Rücktrittsforderung gegen EKD-Präses ab

14.11.2022

v. l.: Pfarrer Friedemann Kuttler und Pfarrer Steffen Kern. Fotos: Lebendige Gemeinde; Privat
v. l.: Pfarrer Friedemann Kuttler und Pfarrer Steffen Kern. Fotos: Lebendige Gemeinde; Privat

Walddorfhäslach/Großbottwar (IDEA) – Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pfarrer Steffen Kern (Walddorfhäslach bei Reutlingen), und der Vorsitzende der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde“, Pfarrer Friedemann Kuttler (Großbottwar), haben Rücktrittsforderungen gegen die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich (Regensburg), zurückgewiesen.

Zum Hintergrund: Auf der EKD-Synode in Magdeburg hatte die Sprecherin der Gruppe „Letzte Generation“, Aimée van Baalen (Dresden), auf Einladung des Synodenpräsidiums gesprochen. Ihre Ausführungen waren von vielen EKD-Synodalen mit Applaus quittiert worden. Am Rande der EKD-Synode hatte Heinrich vor Journalisten erklärt, Straßenblockaden seien ein legitimes Mittel des zivilen Widerstandes von Klimaaktivisten.

Kern begrüßte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA den Auftritt der Aktivistin vor der Synode: „Als Kirche sollten wir mit möglichst vielen Gruppen reden, Ängste, Hoffnungen und Haltungen gerade junger Menschen wahrnehmen.“ Es sei die Aufgabe der Kirche, „die Hoffnung, die wir in Jesus Christus haben, auch in Gesprächen zu bezeugen“.

Eine pauschale Solidarisierung mit den Klimaaktivisten lehne er aber ab. Der „gute Zweck“ des Klimaschutzes rechtfertige keine Gesetzesverstöße. Trotzdem halte er Rufe nach Heinrichs Rücktritt für „gänzlich abwegig und für deplatziert“. Heinrich stehe „für eine Kirche, die den Anliegen einer jungen Generation zugewandt ist“. Das bedeute gelegentlich auch eine Zumutung. „Die kann uns nur guttun, weil sie uns herausfordert“, so Kern.

Kuttler – der auch Sprecher der gemäßigt konservativen EKD-Synodalgruppe „Lebendige Kirche“ ist – erklärte gegenüber IDEA, in der Synode habe ihm eine kritische Auseinandersetzung mit dem Auftritt der Aktivistin gefehlt. Eine Solidarisierung mit der „Letzten Generation“ gehe in die falsche Richtung, da auch ein Einsatz für den Klimaschutz im Rahmen der Gesetze erfolgen müsse.

Eine Rücktrittsforderung gegen Heinrich halte er aber für völlig unangebracht, da sie die Präses allein auf ihre Äußerung zur „Letzten Generation“ reduziere. Heinrich gebe „der Kirche ein anderes Gesicht“. Außerdem finde ihre Themenplanung für die Synode im kommenden unter der Überschrift „Sprachfähigkeit und Handeln des Glaubens“ die volle Unterstützung der Synodalgruppe „Lebendige Kirche“.

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