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CDU-Politikerin Motschmann fordert Rücktritt von EKD-Präses Heinrich

14.11.2022

Elisabeth Motschmann gehörte von 2013 bis 2021 dem Deutschen Bundestag an. Foto: Picture Alliance/Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
Elisabeth Motschmann gehörte von 2013 bis 2021 dem Deutschen Bundestag an. Foto: Picture Alliance/Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Berlin (IDEA) – Den Rücktritt der Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich (Regensburg), hat die Politikerin und engagierte Protestantin Elisabeth Motschmann (CDU) gefordert. Sie äußerte sich zuerst auf Twitter und auf Facebook. Heinrich habe ihr kirchliches Leitungsamt missbraucht, um die Klimaprotestgruppe „Letzte Generation“ zu unterstützen, sagte Motschmann auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Zum Hintergrund: Auf der EKD-Synode hatte die Sprecherin der Gruppe, Aimée van Baalen (Dresden), auf Einladung des Synodenpräsidiums gesprochen. Ihre Ausführungen waren von vielen EKD-Synodalen mit Applaus quittiert worden. Am Rande der EKD-Synode hatte Heinrich vor Journalisten erklärt, Straßenblockaden seien ein legitimes Mittel des zivilen Widerstandes von Klima-Aktivisten. An die Gruppe gerichtet sagte Heinrich: „Wir solidarisieren uns mit euch.“

Um ihre Forderungen für den Klimaschutz durchzusetzen, blockieren die Aktivisten nicht nur Straßen, sondern verüben auch Anschläge auf Kunstwerke in Museen.

Die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich. Foto: Peter Bongard

Anschläge auf Kunstwerke sind „eine Barbarei“

Wie Motschmann IDEA sagte, hätte man die Sprecherin der „Letzten Generation“ nie vor der Synode reden lassen dürfen. Wenn sich Aktivisten der Gruppe auf einer Straße festklebten, gefährdeten sie Menschenleben. Die Anschläge auf Kunstwerke seien „eine Barbarei“. Zudem sei es Christen geboten, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken und sich keine Weltuntergangsgedanken zu machen. Heinrich habe mit der Einladung an von Baalen „die Synode für eine extrem grüne Politik instrumentalisiert“. Zugleich habe diese Einladung deutlich gemacht, „wie weit sich die EKD-Synode inzwischen von der kirchlichen Basis entfernt hat“. Motschmann: „Der Synode fehlt jegliche Bodenhaftung.“

Sie rief Kirchenmitglieder dazu auf, gegen eine solche Politisierung der Synode zu protestieren. Gemeindemitglieder, mit denen sie in Kontakt sei, so Motschmann, könnten nicht verstehen, dass immer mehr Gemeinden zusammengelegt werden und Pastoren immer seltener vor Ort anzutreffen seien. Motschmann rechnet damit, dass sich nach der jüngsten EKD-Synode die Zahl der Kirchenaustritte weiter erhöhen werde.

Motschmann gehörte von 2013 bis 2021 dem Deutschen Bundestag an. Von 2012 bis 2021 war sie Mitglied im CDU-Bundesvorstand.

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