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Corona: Mütter leiden unter Schlafstörungen und Kopfschmerzen

03.05.2021

Die meisten Mütter kämen mit der Diagnose Erschöpfung in die Mütterkurheime. Foto: pixabay.com
Die meisten Mütter kämen mit der Diagnose Erschöpfung in die Mütterkurheime. Foto: pixabay.com

Stuttgart (IDEA) – Die Nachfrage nach Kuraufenthalten für Mütter ist in der Corona-Pandemie gestiegen. Das beobachtet die stellvertretende Geschäftsführerin der Evangelischen Mütterkurheime in Württemberg, Carina Wegner (Stuttgart). Unterstützungssysteme wie Kindergarten, Schule oder Großeltern seien oftmals weggefallen, sagte sie auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Die Frauen tragen Wegner zufolge die zusätzlichen Aufgaben überwiegend alleine. Die meisten Mütter kämen mit der Diagnose Erschöpfung in die Mütterkurheime. „Wir sehen als Symptome vor allem Schlafstörungen, Krankheiten des Nackens und starke Kopfschmerzen.“

Eine Kur umfasst drei Wochen und findet in einer festen Gruppe statt. Die Patientinnen bekommen neben körperlichen Anwendungen vor allem Gesprächsangebote. „Das soziale Gefüge trägt in der derzeitigen Situation im Alltag kaum noch. Die Frauen genießen es vor allem, hier in Gemeinschaft zu sein“, so Wegner.

Ziel der Kur sei es, die Mütter zu festigen und mit ihnen Rahmenbedingungen zu erarbeiten, damit der Alltag wieder gelinge. „Die Frauen erhalten im Haus das Angebot, die eigenen Kraftquellen wieder neu zu entdecken.“ Natürlich seien solche Grundsatzprozesse in einer Zeit, in der die Nerven bei allen blank liegen, herausfordernd: „Andere Spielräume aber gibt es derzeit nicht.“

Alleinerziehenden und anderen Eltern empfiehlt Wegner Kontakt zu einer Diakonischen Bezirksstelle aufzunehmen. „Dort gibt es sowohl Kurberatung als auch andere Beratungsangebote um Entlastung und Unterstützung zu erhalten.“

Glaubensfragen spielen größere Rolle

Eine große Rolle spielen laut Wegner in den Therapiesitzungen derzeit auch Glaubensfragen. In den Kliniken seien schon vor der Pandemie immer Seelsorgegespräche und Andachten angeboten worden. Die Nachfrage sei in den vergangenen Monaten noch einmal gestiegen. Im Alltäglichen gebe es momentan wenig, was den Frauen Halt biete.

Viele seien auf der Suche nach Geborgenheit und nach einem Ort, wo sie ihre Probleme abgeben können. Der christliche Glaube werde da für sie in diesem Zusammenhang wieder oder zum ersten Mal interessant.

Die Evangelischen Mütterkurheime in Württemberg sind ein Verein innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zu ihm gehören die Frauen- und Mütterkurklinik in Bad Wurzach sowie zwei Mutter-Kind-Kurkliniken in Loßburg und Scheidegg.

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