Montag • 20. Mai
Friedhelm Wachs
05. Mai 2019

Evangelische Unternehmer kritisieren Enteignungsdebatte

Der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU), Friedhelm Wachs. Foto: Norbert Neetz
Der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU), Friedhelm Wachs. Foto: Norbert Neetz

Leipzig (idea) – Der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU), Friedhelm Wachs (Leipzig), hat Kritik an der aktuellen öffentlichen Diskussion über die Enteignung von Großkonzernen geübt. Christen müssten „denen, die an diese Gesellschaftsordnung wirklich die Hand anlegen wollen, in den Arm fallen, aber wir müssen uns nicht vor die Maulhelden werfen und ihre Dummheiten auch noch verbreiten“, erklärte der Unternehmensberater gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Hintergrund sind Aussagen des Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation Jungsozialisten (Jusos), Kevin Kühnert, und Forderungen der sozialistischen Partei Die Linke. Der Juso-Chef hatte in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ über eine Kollektivierung von Großunternehmen wie BMW nachgedacht. Die Linkspartei – sie gehört zusammen mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen der Regierungskoalition des Landes Berlin an – fordert zur Bekämpfung der Wohnungsnot in der Stadt eine Enteignung großer Immobilienkonzerne. Dazu erklärte Wachs, Christen seien grundsätzlich „zur Freiheit berufen, nicht zur Versklavung“. Die Forderungen von Sozialisten nach einer Überwindung des Kapitalismus seien aber nicht neu. Sie bezögen sich „genau gesagt auf eine 150 Jahre alte Idee eines Herrn Marx“. Das gelte auch für die „Enteignungsfantasien der Berliner Stadtregierung“. Wachs: „Wer in Berlin Immobilien hat oder bauen will weiß, dass der eigentliche Hemmschuh eine inkompetente Verwaltung ist, die mit ihren Ideen eins ums andere Mal vor Verwaltungsgerichten scheitert.“ Die Aussagen des Juso-Vorsitzenden und die Forderungen der Linkspartei seien deshalb kein hinreichender Grund, in eine öffentliche Debatte einzutreten. Der AEU ist ein Netzwerk protestantischer Unternehmer, Manager sowie Führungskräfte und versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft und Kirche. Als Vorsitzender amtiert der Ökonom Peter Barrenstein (München), als Geschäftsführer Stephan Klinghardt (Karlsruhe).

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Die vollständige Stellungnahme von Friedhelm Wachs lesen Sie hier.

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