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Engagierte Christin
07. Mai 2018

Erste evangelische Ministerpräsidentin: Christine Lieberknecht 60

Die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Foto: Zeichensetzen/Baake
Die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Foto: Zeichensetzen/Baake

Weimar (idea) – Die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) vollendet am 7. Mai ihr 60. Lebensjahr. Die Theologin war in Deutschland die erste Protestantin, die an der Spitze eines Bundeslandes stand. Von 2009 bis 2014 amtierte sie als Regierungschefin einer schwarz-roten Koalition im Freistaat. Lieberknecht war zunächst von 1984 bis 1990 Pastorin im Kirchenkreis Weimar. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wechselte sie hauptamtlich in die Politik. Sie war Kultusministerin (bis 1992) und anschließend Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Bevollmächtigte des Freistaats beim Bund (bis 1999). Danach amtierte sie als Präsidentin des Thüringer Landtags (1999–2004) und Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion (2004–2008). Lieberknecht gehört dem Landesparlament seit 1991 an und wird im kommenden Jahr nicht erneut kandidieren. Rückblickend sagt sie: „Ich habe mit Leichtigkeit losgelassen. Politik war für mich nie das Einzige im Leben.“ Lieberknecht war in ihren vielen politischen Funktionen stets offen für evangelikale Anliegen. So würdigte sie wiederholt die Arbeit der Deutschen Evangelischen Allianz und besuchte wiederholt deren Zentrum, das Allianzhaus, sowie deren Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Die Politikerin gehört auch zum Kuratorium der evangelistischen Bewegung proChrist.

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„Ich könnte keine Politik ohne geistliches Leben betreiben“

Zu ihrem christlichen Glauben sagte sie 2013 in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Ich könnte keine Politik ohne geistliches Leben betreiben. Mein Tag beginnt nicht mit meinem politischen Terminkalender, sondern mit den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine.“ Dieses Andachtsbuch enthält für jeden Tag einen ausgelosten alttestamentlichen Bibelvers – die Losung – und eine zugeordnete Stelle aus dem Neuen Testament – den sogenannten Lehrtext. Zur Abtreibungsproblematik sagte sie in dem Interview: „Ich werde nicht müde, die über 100.000 Abtreibungen pro Jahr in einem so reichen Land wie Deutschland als einen Skandal zu bezeichnen.“ 2014 kürte idea Lieberknecht zur „Politikerin des Jahres“. Begründung: „Auf Länderebene hat es keine Persönlichkeit in CDU/CSU-Spitzenämtern gegeben, die sich so für den christlichen Glauben, die Kirchen und die evangelikale Bewegung eingesetzt hat.“ Lieberknecht engagiert sich wieder stärker als Theologin. So predigt sie gelegentlich – „nur ehrenamtlich“. Im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 hielt sie etwa 50 Vorträge. Sie hat auch eine Reihe von Ehrenämtern inne. So ist sie seit 1991 stellvertretende Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU sowie Präsidentin des Thüringer Landesverbands der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine. Die Politikerin lebt in Ramsla bei Weimar. Sie ist seit 40 Jahren verheiratet mit Pfarrer Martin Lieberknecht. Sie haben zwei Kinder und fünf Enkel.

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