08. Januar 2019

Gewalt

Bremische Kirche wirft AfD nach Anschlag „Panikmache“ vor

Der Vorsitzende der AfD in Bremen, Frank Magnitz, wurde von unbekannten Tätern angegriffen. Fotos: picture-alliance/Michael Kappeler/dpa; AfD Bremen
Der Vorsitzende der AfD in Bremen, Frank Magnitz, wurde von unbekannten Tätern angegriffen. Fotos: picture-alliance/Michael Kappeler/dpa; AfD Bremen

Bremen (idea) – Nach dem Anschlag auf den Vorsitzenden der AfD in Bremen, Frank Magnitz, hat die Bremische Evangelische Kirche (BEK) sich klar gegen jede Form der Gewalt ausgesprochen, der Partei aber zugleich „Pankikmache“ vorgeworfen. Der leitende Theologe (Schriftführer) der BEK, Pastor Renke Brahms, sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Als Demokrat lehne ich jegliche Form körperlicher und verbaler Gewalt gegenüber Andersdenkenden kategorisch ab. Dabei ist es für mich unerheblich, wer gegen wen aus welcher politischen Haltung heraus Gewalt anwendet.“ Zum Hintergrund: Mehrere unbekannte Täter haben den Bundestagsabgeordneten Magnitz am 7. Januar in Bremen angegriffen und schwer verletzt. Er erlitt nach eigenen Angaben eine Platzwunde sowie eine Gehirnerschütterung und muss mehrere Tage im Krankenhaus bleiben. Politiker der AfD, aber auch Vertreter anderer Parteien verurteilten den Anschlag. Außenminister Heiko Maaß (SPD) schrieb auf Twitter: „Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein – völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind.“

Brahms: AfD will „Opferrolle“ einnehmen

Brahms bezeichnete Anschläge wie den auf Magnitz als „feige und abscheulich“. Ebenso gelte das für Angriffe „auf Politiker anderer politischer Richtungen, wie z. B. die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker oder den Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein“. Es sei „ein hohes Gut unserer Demokratie, dass wir in Deutschland nach der NS-Zeit zivilisierte Formen der Debatte und der friedlichen Konfliktbewältigung etabliert haben. Diese gelte es gegen Angriffe zu schützen: „Daher kritisiere ich auch, wie die AfD den Angriff und die schweren Verletzungen des eigenen Abgeordneten in ihren Stellungnahmen instrumentalisiert und mit Panikmache eine Opferrolle einnehmen will.“ Er erlebe hingegen, dass „unser Rechtsstaat funktioniert: Die Ermittlungsbehörden arbeiten zügig und die Medien berichten sachlich.“ Brahms ist auch Friedensbeauftragter der EKD. Die AfD war in Bremen bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. So wurden die Scheiben eines Parteibüros eingeschlagen. Auch in anderen Städten gab es Gewalttaten gegen die Partei.