Samstag • 6. Juni
Vietnam
18. März 2020

Christlicher Aktivist nach 16 Jahren frei

Y Ngun Knul mit seiner Familie kurz nach seiner Freilassung. Foto: Radio Free Asia
Y Ngun Knul mit seiner Familie kurz nach seiner Freilassung. Foto: Radio Free Asia

Hanoi/Washington (idea) – In Vietnam ist ein Christ nach fast 16 Jahren Haft freigelassen worden. Er hatte sich für Religionsfreiheit eingesetzt. Das berichtet der US-Radiosender Radio Free Asia (RFA/Washington).

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Y Ngun Knul gehört der ethnischen Minderheit der Montagnards an und war am 20. April 2004 verhaftet worden, weil er für die Wiedereröffnung einer von den Behörden geschlossenen protestantischen Kirche demonstriert hatte. Knul wurde in der vietnamesischen Provinz Dak Lak zunächst zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt, die später reduziert wurde. Weil er seine Haftzeit in der weit entfernten Provinz Nghe verbüßen musste, habe seine Familie ihn nur vier Mal besuchen können, so der Bericht. Seine Familie habe inzwischen ihr Haus und ihr Land verloren.

Gegenüber RFA äußerte sich der Christ unsicher über seine Zukunft, weil er sich aufgrund der langen Haftzeit in körperlich schlechtem Zustand befindet. Er leide an Nierenversagen, Bluthochdruck und einer Magen-Darm-Blutung.

Eine vietnamesische Menschenrechtsorganisation schickte Knul nach seiner Freilassung für eine medizinische Untersuchung nach Saigon. Der heute in den USA lebende Blogger Nguyen Van Hai saß eine Zeit lang mit Knul im Gefängnis. Er sagte RFA, dass viele der kranken Ex-Häftlinge ihre Entlassung nur wenige Wochen überleben. Ihm zufolge wurde Knul von seinen Gefängniswärtern geschlagen. Sie hätten ihn auch in den Bauch getreten. Sein Körper trage viele Narben, so der Blogger.

Die überwiegend christliche Minderheit der heute rund eine Million zählenden Montagnards kämpfte im Vietnamkrieg (1955–1975) an der Seite der US-Armee. Heute erlebt das Bergvolk religiöse Verfolgung und Landenteignung durch die kommunistische Regierung Vietnams. Hunderte flohen aus diesem Grund laut RFA in den letzten Jahren ins benachbarte Kambodscha, wurden jedoch häufig wieder zurückgeschickt.

Von den rund 97 Millionen Einwohnern des kommunistisch regierten Vietnams sind 23 Prozent nicht religiös, rund 20 Prozent Buddhisten, zehn Prozent Christen, und der Rest gehört verschiedenen Stammes- und Naturreligionen an.

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