Sonntag • 17. November
Verfolgter Christ
01. Mai 2015

Erst in Saudi-Arabien, jetzt in Eritrea in Haft

Bitte setzen Sie sich für den inhaftierten Christen Mussie Eyob ein. Foto: IGFM
Bitte setzen Sie sich für den inhaftierten Christen Mussie Eyob ein. Foto: IGFM

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Mai“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den Christen Mussie Eyob in Eritrea (Nordostafrika) benannt. Die IGFM und idea rufen dazu auf, für ihn einzutreten und zu beten. Er hatte sich 2008 für ein Leben als Christ entschieden. Im Februar 2011 wurde er bei einem Aufenthalt in Saudi-Arabien verhaftet, weil er mit Besuchern einer Moschee über den christlichen Glauben gesprochen hatte. Dies gilt in dem streng islamischen Land als ein schweres Verbrechen und kann mit dem Tode bestraft werden. Eyob kam in das Hochsicherheitsgefängnis Briman in Jiddah. Nach internationalen Protesten wurde er im November 2011 in sein Heimatland abgeschoben. Jahrelang gab es keine Informationen über ihn. Jetzt wurde bekannt, dass er sich in einem Gefangenenlager im Nordwesten des diktatorisch regierten Staates befindet. Dieses Gefängnis wurde 2007 speziell für Christen eingerichtet, die wegen ihres Glaubens inhaftiert werden. Dort sind nach Angaben der IGFM 89 Personen eingesperrt. 2009 starben dort zwei Christen aufgrund der unmenschlichen Zustände. Eyob kümmert sich in dem Lager um alte und kranke Gefangene. Weshalb er dort festgehalten wird, ist nicht bekannt.

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Nur drei Kirchen staatlich anerkannt

Das neomarxistische Regime unter Staatschef Isayas Afewerki geht vor allem gegen missionarisch aktive Christen vor, die als staatszersetzend angesehen werden. Seit 2002 sind nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie als Religion der Islam anerkannt. Mitglieder der genannten Kirchen können weithin ungehindert Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Kirchen leben ständig in Gefahr, verhaftet zu werden. Dennoch leugnet das Regime, dass Christen verfolgt werden. Die IGFM und idea rufen dazu auf, beim Staatspräsidenten um die Freilassung von Eyob und der anderen wegen ihres christlichen Glaubens Inhaftierten zu bitten. Sie haben nur ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrgenommen. Von den rund fünf Millionen Einwohnern Eritreas sind 50 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen. 1,9 Prozent sind Nicht-Religiöse und der Rest Anhänger von Naturreligionen. Von den 170.000 Menschen, die im vergangenen Jahr über das Mittelmeer nach Europa geflüchtet sind, kamen 34.000 aus Eritrea.


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