Samstag • 23. Februar
Christliche Konvertiten
04. Februar 2019

Regionalbischöfin kritisiert bayerische Abschiebepraxis

Die Regionalbischöfin im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Bayreuth, Dorothea Greiner. Foto: ELKB/heikerost.com
Die Regionalbischöfin im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Bayreuth, Dorothea Greiner. Foto: ELKB/heikerost.com

Bayreuth (idea) – Die Regionalbischöfin im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Bayreuth, Dorothea Greiner, hat die Abschiebepraxis der bayerischen Behörden gegenüber christlichen Konvertiten kritisiert. Sie erwarte, „dass die Politik und die Behörden unseren Pfarrern glauben, wenn sie detailliert und sehr konkret das christliche und gemeindliche Engagement der getauften Iraner beschreiben. Unsere Pfarrer lügen nicht“, so Greiner im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Sie erlebe, wie die iranischen Christen „Bibel lesen, miteinander beten, Christus lieben und unser Gemeindeleben bereichern“. Zum Hintergrund: Im Kirchenkreis Bayreuth leben mehrere Flüchtlinge aus dem Iran, die Christen geworden sind. Der Asylantrag des 21-jährigen Hossein Fathi Khamirani aus Kulmbach wurde trotz seines Übertritts zum Christentum abgelehnt. Um seine Abschiebung zu verhindern, verletzte er sich selbst. Zurzeit läuft ein neues Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth. In einem zweiten Fall sollte eine christliche iranische Familie mit zwei Töchtern (14 und 18 Jahre) aus Bamberg abgeschoben werden. Die Eltern sind beide in Haft. Greiner unterstützt die Betroffenen und die evangelischen Christen, die sich um die Iraner kümmern.

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Behörden spielen „Christenverfolgern in die Hände“

Greiner sagte weiter, sie erwarte, „dass Entscheider den unzähligen Berichten von Verfolgung, Verhaftung und Ermordung von Christen im Iran nach Konversion Beachtung schenken“. Nicht umsonst sei der Iran derzeit auf Platz neun des Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main. Christenverfolgung dürfe nicht im Handeln der deutschen Behörden ihren Ausgang nehmen, auch wenn es nicht beabsichtigt sei. Außerdem seien die „christlichen Iraner gebildet und hoch arbeitswillig“. Dennoch würden ihre Ausbildungsanträge abgelehnt. „Unternehmer schütteln den Kopf, weil sie diese Fachkräfte dringend brauchen.“ Die Folgen für die betroffenen Iraner seien gravierend: „Unter den getauften Iranern und Iranerinnen geht die Angst um. Teilweise ist es Todesangst.“ Sie rechneten mit dem Schlimmsten, wenn sie in den Iran zurückkehren müssten. Greiner: „Diese Menschen sind unzweifelhaft hoch gefährdet, wenn sie in Teheran landen. Auch wenn ich davon ausgehen will, dass in unseren Behörden niemand dortigen Christenverfolgern in die Hände spielen will, so geschieht es faktisch doch.“

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