Montag • 20. Mai
Blasphemie-Vorwurf
01. Oktober 2015

Pakistanischem Christ droht die Todesstrafe

Der pakistanische Christ Pervaiz Masih mit seiner Frau Zarina. Foto: Privat
Der pakistanische Christ Pervaiz Masih mit seiner Frau Zarina. Foto: Privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) den pakistanischen Christen Pervaiz Masih benannt. Sie rufen auf, für ihn einzutreten und zu beten. Masih sitzt seit dem 2. September im Gefängnis. Dem Ziegelei-Arbeiter wird vorgeworfen, den Koran beleidigt zu haben. Masih lebte zuvor mit seiner Ehefrau Zarina und vier Kindern im Alter zwischen sieben Monaten und neun Jahren in der Provinz Punjab im Osten des Landes. Wie die pakistanische Partnerorganisation der IGFM, The Voice (Die Stimme/Lahore), berichtet, hatte der Familienvater den Zuschlag erhalten, bei einem Hausbau Sand zu liefern. Mehrere Konkurrenten stritten mit ihm um diesen Auftrag. Dann erstatteten sie Mitte August Anzeige wegen Verstoßes gegen den Blasphemie-Paragrafen 295 C des pakistanischen Strafgesetzbuchs. Kommt es zu einem Schuldspruch, kann der Angeklagte mit dem Tod oder lebenslanger Haft bestraft werden. Nach Ansicht von pakistanischen Menschenrechtlern ist das Gesetz zu einem Rachemittel in persönlichen Auseinandersetzungen geworden. Rechtsanwältin Aneeqa Anthony sagte im Gespräch mit der IGFM, dass auch die Familie von Pervaiz Masih und seine christlichen Nachbarn in höchster Gefahr seien. Dorfbewohner hätten gedroht, die Christen auf offener Straße zu verbrennen. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten Mamnoon Hussain zu appellieren, sich für Pervaiz Masih einzusetzen. Von den 174 Millionen Einwohnern des Landes sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.

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Der angeklagte Christ wurde inzwischen von den Blasphemievorwürfen freigesprochen. Die Meldung dazu lesen Sie hier.


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