Freitag • 14. Dezember
60. Spendenaktion
27. November 2018

„Brot für die Welt“: Wir machen keine Missionsarbeit

Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Foto: Hermann Bredehorst/Brot für die Welt
Die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Foto: Hermann Bredehorst/Brot für die Welt

Wetzlar (idea) – „Brot für die Welt“ betreibt keine Missionsarbeit. Das sagt die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel (Berlin), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Am 1. Advent startet die 60. Spendenaktion. 2017 nahm „Brot für die Welt“ Spenden und Kollekten in Höhe von 61,8 Millionen Euro ein. Füllkrug-Weitzel zufolge gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Missions- und Entwicklungswerken. Die Gründungsväter und -mütter von „Brot für die Welt“ hätten Missionarbeit von Anfang an ausgeschlossen: „Der Dienst steht für uns im Vordergrund.“ Allerdings sprächen die Partnerkirchen des Werks über ihren Glauben als Motiv ihrer Hilfe. Füllkrug-Weitzel: „Unser Dienst ist also keineswegs ohne Zeugnis. Ich selbst, wir als Organisation, sprechen sehr viel von unserem Glauben als Motivation und Prägung für unsere Arbeit.“

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Hunger konnte „drastisch reduziert“ werden

Füllkrug-Weitzel zufolge konnte der Hunger in den zurückliegenden Jahrzehnten weltweit „drastisch reduziert“ worden. Als „Brot für die Welt“ 1959 seine Arbeit aufnahm, hätten 56 Prozent der Weltbevölkerung gehungert. Heute seien es noch elf Prozent. In diesem Zeitraum sei die Weltbevölkerung von 2,5 auf 7,6 Milliarden Einwohner gestiegen. Vollständig lasse sich der Hunger jedoch nur abschaffen, wenn es weder Kriege noch einseitige Handelsbedingungen und den Klimawandel gebe. Die meisten Länder seien heute nicht mehr in der Lage, sich an die Erderwärmung anzupassen und die Kosten in Höhe von umgerechnet rund 125 bis 265 Milliarden Euro für die Bewältigung entstandener Schäden aufzubringen. Der Klimawandel sei derzeit weltweit der größte Armutstreiber. Wenn nichts dagegen getan werde, könne man vielleicht eines Tages „nicht mehr Entwicklungshilfe, sondern nur noch Katastrophenhilfe leisten“.

Warum der Staat „Brot für die Welt“ mitfinanziert

Ferner äußerte sich Füllkrug-Weitzel zur Finanzierung von „Brot für die Welt“. Mehr als die Hälfte der Mittel in Höhe von 282,2 Millionen Euro kommen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Staat vertraue dem Hilfswerk so viel Geld an, weil er wisse, dass „Brot für die Welt“ keine Eigeninteressen verfolge. Zudem sei das Hilfswerk in allen Regionen der Welt vertreten, „nicht nur in schicken Städten, sondern auch in den abgelegensten Gegenden“. Dadurch erreiche man die Ärmsten der Armen, die oft fernab des Blickes des Staates und internationaler Nichtregierungsorganisationen seien. Das Werk erkenne die Bedürfnisse der Menschen und fördere sie bedarfsgerecht. Oft könne man sehr genau mitteilen, welche Ideen der Entwicklungspolitik vor Ort nicht funktionierten. „Brot für die Welt“ arbeitet in mehr als 90 Ländern mit lokalen Partnern zusammen, um Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

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