Freitag • 19. Oktober
Veranstaltung
21. September 2018

Bischof Dröge wirft „Marsch für das Leben“ Polarisierung vor

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Foto: EKBO/Kühnapfel
Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge. Foto: EKBO/Kühnapfel

Berlin (idea) – Weil der „Marsch für das Leben“ in Berlin bislang „mehr polarisiert als zu sachlichen Diskussionen“ angeregt hat, beteiligt sich „die Evangelische Kirche“ nicht daran. Das schreibt der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge, in einem Kommentar in der Berliner Zeitung „B.Z.“. „Der Marsch für das Leben“ findet am 22. September statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden“. Im vergangenen Jahr waren rund 7.500 Teilnehmer auf die Straße gegangen, um für einen besseren Schutz ungeborener Kinder zu demonstrieren. Sie mussten von 900 Polizisten vor linksradikalen Gegendemonstranten geschützt werden. Wie Dröge weiter ausführt, dient die evangelische Schwangerschaftskonfliktberatung „auf andere Weise dem Schutz des ungeborenen Lebens“. Sie sei ergebnisoffen: „Niemand wird gezwungen oder moralisch unter Druck gesetzt.“ Es gebe auch Fälle, in denen bei den ärztlichen Untersuchungen in den ersten Wochen festgestellt werde, „dass das Kind behindert sein wird“. Nicht alle Paare hätten dann die Kraft, sich für ein Kind zu entscheiden, so Dröge. „Umso größer ist mein Respekt, wenn Eltern dann dennoch das Ja für das Leben finden. Aber wer hat das Recht zu verurteilen, wenn es ihnen nicht möglich ist, das Kind zu lieben und anzunehmen?“

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Veranstalter rechnen mit viel Widerstand durch linksradikale Demonstranten

Von katholischen Bischöfen erhält der Marsch breite Unterstützung. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), erinnerte in seinem schriftlichen Grußwort daran, dass die Tötung ungeborener Kinder keine „normale“ ärztliche Dienstleistung sie. Eine Abtreibung sei grundsätzlich mit „unserem Werte- und Rechtssystem“ nicht vereinbar. Weitere Grußworte zum Marsch schickten der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, der Weihbischof im Erzbistum Köln, Dominikus Schwaderlapp, der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Bischof von Passau, Stefan Oster. Ein Grußwort vom EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), oder dem Rat der EKD gibt es nicht. Allerdings wird der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), an der Veranstaltung teilnehmen und beim ökumenischen Abschlussgottesdienst predigen.

Evangelische Bischöfe: Abstand halten zu populistischen Bewegungen

Identisch lautende Grußworte schickten der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), und der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden). Darin heißt es, die hohen Abtreibungszahlen forderten heraus, nach den Gründen zu fragen. Das Thema Lebensschutz müsse eines der ganzen Gesellschaft bleiben: „Halten wir aber Abstand zu jenen Bewegungen, die unser Engagement für das Leben ausnutzen oder benutzen wollen für ihre populistische Agenda.“ Veranstalter des Marsches ist der Bundesverband Lebensrecht (Berlin). Dessen Vorsitzende, Alexandra Maria Linder (Weuspert/Sauerland), rechnet damit, dass es auch in diesem Jahr zu Störaktionen durch militante Abtreibungsbefürworter kommen wird. Es gebe unter ihnen eine „hohe Gewaltbereitschaft“. Man vertraue aber darauf, dass die Berliner Polizei den „Marsch für das Leben“ wie in früheren Jahren vor gewalttätigen Übergriffen schützen werde.

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