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Algerien
09. April 2018

Christ nach 18 Monaten Haft freigelassen

Der algerische Christ Slimane Bouhafs. Foto: Privat
Der algerische Christ Slimane Bouhafs. Foto: Privat

Algier (idea) – Nach 18 Monaten in Haft ist der algerische Christ Slimane Bouhafs an Ostern freigelassen worden. Das berichtet das Internetportal „World Watch Monitor“. Nach Angaben der algerischen Tageszeitung „El Watan“ waren seine Ehefrau und seine Tochter auf dem Weg, um ihn im Gefängnis zu besuchen, als er sie anrief und über seiner Freilassung informierte. Die beiden Frauen hätten ihn daraufhin vor dem Gefängnis abgeholt. Wie Bouhafs der Zeitung sagte, ist er „Opfer einer schrecklichen Ungerechtigkeit“ geworden. Er habe niemanden verletzt oder umgebracht, und dennoch habe man ihn seiner Freiheit beraubt. Hinter Gittern habe er „unerträgliche Dinge“ erlebt, ohne sie näher zu beschreiben.

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Verurteilt wegen Blasphemie

Bouhafs war von einem Gericht in Setif in der Kabylei wegen Blasphemie verurteilt worden. Der ehemalige Muslim hatte am 21. Juni 2016 auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Mohammed weint, weil er in der Kabylei und in ganz Algerien schon verloren hat. Seine Lüge verschwindet in Algerien, weil das Licht Christi da ist, der Frieden und die Wahrheit ist, der wahre Weg.“ Auf Facebook hatte sich Bouhafs, der sich im Jahr 2006 taufen ließ, auch regelmäßig für Demokratie und Religionsfreiheit eingesetzt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hatten Bouhafs 2016 als „Gefangenen des Monats September“ benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen.

Teilbegnadigung durch den Präsidenten

Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte Bouhafs im Juli 2017 eine Teilbegnadigung gewährt und die dreijährige Haftstrafe um 16 Monate verkürzt. Im Oktober 2017 war Bouhafs in den Hungerstreik getreten, um eine „bedingte Freilassung“ zu erhalten. Doch das hatte ein Gericht abgelehnt. Zudem war er hinter Gittern laut einem Bericht der Organisation Middle East Concern (Anliegen Nahost) den Aggressionen von muslimischen Mitgefangenen ausgesetzt, weil er offen über seinen christlichen Glauben spreche. Nach Angaben der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten leben in Algerien bis zu 365.000 Christen – überwiegend ehemalige Muslime. Das sind knapp ein Prozent der 40,8 Millionen Einwohner. Die Übrigen sind fast ausschließlich Muslime. Der Islam ist Staatsreligion.

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