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Abtreibung
01. März 2018

Lebensrechtlerin kritisiert Bayerischen Rundfunk

Die Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes der „Christdemokraten für das Leben“, Christiane Lambrecht. Screenshot: CDL
Die Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes der „Christdemokraten für das Leben“, Christiane Lambrecht. Screenshot: CDL

München (idea) – Der Bayerische Rundfunk (BR/München) hat in einer Fernsehsendung unkritisch und manipulativ über Abtreibung berichtet. Diesen Vorwurf erhebt die Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Christiane Lambrecht (Murnau bei Garmisch-Partenkirchen). Sie bezieht sich auf den in der ARD-Mediathek abrufbaren 15-minütigen Beitrag „Was kommt bei einer Abtreibung auf mich zu?“, der Ende November ausgestrahlt wurde. Sie hat deswegen am 27. Februar Programmbeschwerde eingereicht. Lambrecht beklagt, dass die Sendung gegen den besonderen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verstoße, nicht nur neutral zu berichten, „sondern an der öffentlichen Meinungsbildung zugunsten des Rechts des Ungeborenen auf Leben mitzuwirken“.

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Frauenärztin: Bei einer Abtreibung wird „die Schwangerschaft“ abgesaugt

In der Sendung stellt die Journalistin Ariane Alter den Weg einer ungewollt Schwangeren nach, die sich für eine Abtreibung entscheidet. Sie besucht eine Pro-Familia-Beratungsstelle und anschließend die Berliner Ärztin Christiane Tennhardt, die Abtreibungen vornimmt. Die Medizinerin erklärt unter anderem, dass bei einer Abtreibung mit einem Röhrchen „die Schwangerschaft abgesaugt“ werde. Dann sei alles nach zwei bis acht Minuten vorbei. Als Frauenärztin, so Tennhardt, finde sie es „unglaublich“, dass Abtreibung im Strafgesetzbuch geregelt sei. Ihr zufolge wird in Deutschland ein „Recht auf Abtreibung“ gebraucht, weil es keine Verhütung gebe, die zu 100 Prozent sicher sei und weil das Leben nicht „so linear“ sei. Es gehöre für sie zu den essenziellen Rechten der Frau, darüber zu entscheiden, ob sie das Kind bekomme oder nicht. Die Journalistin äußert sich abschließend erleichtert, nur Menschen getroffen zu haben, die sagten, dass es bei einer Abtreibung um ihren Körper gehe und es ausschließlich ihre Entscheidung sei. Eine Abtreibung werde aber Frauen „von behördlicher Seite“ schwergemacht, so dass man sich als Frau „durchaus bevormundet“ fühle, sagte Alter. Lebensrechtsorganisationen kommen in der Sendung nicht zu Wort.

Vorwurf: BR trägt zum Misserfolg des Beratungsschutzkonzeptes bei

Die Lebensrechtlerin Lambrecht kritisiert die verschleiernde und manipulative Wortwahl. Es werde bei einer Abtreibung keine Schwangerschaft „entfernt“, sondern ein menschlicher Embryo ohne Narkose abgesaugt, „das heißt auseinandergerissen, zerstückelt und damit auf grausame Art getötet“. An keiner Stelle werde deutlich, dass der ungeborene Mensch Träger eines eigenen Lebensrechts sei. Dabei habe laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Programm des öffentlich-rechtlichen und des privaten Rundfunks „teil an der Schutzaufgabe gegenüber dem ungeborenen Leben“. Die Aussage einer Pro-Familia-Mitarbeiterin, dass gesetzlich geregelt sei, wann der „Schwangerschaftsabbruch gerechtfertigt“ sei, sei ebenfalls manipulativ, da die Fristenabtreibung nicht „gerechtfertigt“, sondern rechtswidrig, aber straffrei sei. Da der Bayerische Rundfunk regelmäßig tendenziöse Sendungen über das Thema Abtreibung produziere, müsse sie annehmen, dass der Sender offenkundig nicht daran interessiert sei, die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu erfüllen. Lambrecht: „Solche Sendungen unterstützen die Bewusstseinseintrübung der Schutzwürdigkeit des ungeborenen Menschen. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass der BR zum Misserfolg des Beratungsschutzkonzeptes beiträgt.“

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