Sonntag • 20. August
Spincke
04. August 2017

Wie Christen auf die „Ehe für alle“ reagieren sollten

Der Leiter der Freien evangelischen Gemeinden in Norddeutschland, Reinhard Spincke. Foto: FeG Norddeutschland
Der Leiter der Freien evangelischen Gemeinden in Norddeutschland, Reinhard Spincke. Foto: FeG Norddeutschland

Hamburg (idea) – Mehr Gelassenheit beim Thema „Ehe für alle“ hat der Leiter der Freien evangelischen Gemeinden in Norddeutschland, Reinhard Spincke (Hamburg), angemahnt. „Es wird auch in Zukunft große Sehnsucht nach biblischen Werten für Ehe und Familie geben“, schreibt er in einem Kommentar für die Zeitschrift „Christsein heute“. Zum Hintergrund: Der Bundestag hatte die „Ehe für alle“ Ende Juni mit großer Mehrheit beschlossen. Die beiden großen Kirchen hatten unterschiedlich darauf reagiert. Das Leitungsgremium der EKD – der Rat – begrüßte die Entscheidung und erklärte, die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau werde dadurch keineswegs geschmälert. Die katholischen Bischöfe übten dagegen Kritik an dem Beschluss. Wie Spincke schreibt, dürfen Christen davon ausgehen, „dass menschliche Gesetze weder die Weisheit biblischer Gebote übertreffen können, noch können sie die Schöpfungsordnung aufheben“. Die biblische Lehre zu Ehe und Familie sei zudem so klar, dass auch „irritierende Aussagen“ führender evangelischer Theologen sie nicht relativieren könnten. Noch wichtiger als Argumente ist nach Spinckes Worten aber das Leben in Familien und Gemeinden: „Starke und fröhliche Familien (bei allen Krisen und allem Alltagschaos) sind die beste Werbung für ein christliches Familienbild.“

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Lieben und beten, anstatt ins Wutbürgertum abzurutschen

Der Theologe warnte – „bei allem Verständnis für Frust und Enttäuschung“ – ferner davor, in ein Wutbürgertum abzurutschen: „Als Christen dürfen wir in einer demokratischen Gesellschaft für unsere Überzeugung kämpfen und auch Unmut äußern. Christen sind aber nicht zuerst an ihren politischen Überzeugungen zu erkennen, sondern an der Liebe.“ Zudem fordere die Bibel Christen anstelle von Wut und politischer Radikalisierung zu intensivem Gebet für die Regierenden auf: „Der Verweis auf das Gebet und der Blick in die Kirchengeschichte zeigen, dass der Weg der christlichen Einflussnahme in die Gesellschaft nicht zuerst über die Politik gelaufen ist, sondern über veränderte Menschen und über anziehende Gemeinschaften, die Gottes Liebe ausgestrahlt haben.“

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