Samstag • 20. Juli
Landesbischof Rentzing
01. Juli 2019

Allein Gott entscheidet, was gesegnet wird

Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing. Foto: Steffen Giersch/EVLKS
Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing. Foto: Steffen Giersch/EVLKS

Aue (idea) – Nicht der Mensch entscheidet, was gesegnet wird, sondern allein Gott, von dem der Segen kommt. Das sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden), beim 100. Jahresfest des Sächsischen Gemeinschafts-Diakonissenhauses „Zion“ (Aue). Demnach habe er den Eindruck, „dass heute gern einmal vom Segen gesprochen wird“. So verstünden auch Menschen, die mit dem Glauben weniger verbunden seien, das Wort Segen als positive Botschaft. „Allerdings wird das Verständnis von Segen auf diesem Wege manchmal auch ein Stück weit verflüchtigt, oberflächlich“, so Rentzing. Für alles werde der Segen beansprucht. Dabei bestehe dieser eben nicht darin, dass die eigenen Wünsche in Erfüllung gehen und ihnen „gewissermaßen die Sahnehaube Gottes oben beigegeben wird“. Zwar würden heute nicht mehr wie in Kriegszeiten Waffen gesegnet, „aber alle möglichen und unmöglichen anderen Dinge, bei denen sich die Frage stellt, ob denn dafür tatsächlich der Rückenwind Gottes zu erwarten ist“. Dem Landesbischof zufolge gibt die Bibel viele Beispiele dafür, was gesegnet wird, so etwa „die Gemeinschaft von Mann und Frau und das neue Leben, das daraus hervorgeht“, der siebente Tag, aber auch das Volk Gottes. „Alles, was das Leben zerstören möchte, kann und wird von Gott niemals gesegnet werden“, so Rentzing. Alles, was aber dem Leben hier und in der Ewigkeit diene, werde von Gott gesegnet sein.

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100 bewegte Jahre: Lazarett, Kinderheim, Altenpflege

Der Segen Gottes zeigt sich laut Rentzing, wenn etwas trotz der sich wandelnden Zeiten Bestand hat. So habe „Zion“ in 100 Jahren die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, das Dritte Reich, den Zweiten Weltkrieg und die kommunistische Herrschaft erlebt und nun schließlich die heutige Gesellschaft. „Die Zeiten werden sich weiter wandeln, aber der Auftrag Gottes, der bleibt doch derselbe, und er wird jedes Glaubenswerk auch durch die Zeiten hindurch weitertragen“, so der Kirchenleiter. „Zion“ wurde am 20. November 1919 in Rathen/Sächsische Schweiz gegründet. 1924 erfolgte der Umzug nach Aue. Im Zweiten Weltkrieg als Luftwaffenlazarett eingesetzt, beherbergte das Haus anschließend vorübergehend eine geflüchtete Kinderklinik aus Tilsit/Ostpreußen. 1972 konnte die Gäste-Arbeit wiederaufgenommen werden. Ab 1996 erfolgte die Sanierung des Haupthauses und Einrichtung eines Altenpflegeheims für alt gewordene Diakonissen und andere Heimbewohner. Weil die Zahl der berufstätigen Diakonissen in den letzten Jahren abnahm, führen nun vermehrt andere Mitarbeiter ihren Auftrag weiter. Zum Diakonissenhaus Zion gehören neben der Schwesternschaft auch eine Gemeindearbeit innerhalb der sächsischen Landeskirche, das Altenpflegeheim „Abendfrieden“, ein ambulanter Pflegedienst und die Hospizgruppe Zion. Leiterin des Diakonissenhauses ist Oberin Frauke Groß.

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