Mittwoch • 14. November
PerspektivForum Behinderung
21. Oktober 2018

Heimowski: Was ich bin, ist mehr als das, was ich kann

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski. Foto: Privat
Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski. Foto: Privat

Bad Blankenburg (idea) – Die Identität eines Menschen liegt in dem, was er ist – nicht in dem, was er kann. Daran erinnerte der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski (Berlin), auf der 14. Tagung des PerspektivForums Behinderung in Bad Blankenburg. In der modernen Leistungsgesellschaft werde für die Identität eines Menschen oft als entscheidend angesehen, „was jemand kann“. Vor Gott aber zähle, „was jemand ist“, so Heimowski. So seien alle Menschen Geschöpfe und Kinder Gottes. Das gelte auch für Menschen mit Behinderungen. Talente seien nicht dazu da, um sich selbst zu verwirklichen, sondern als „Dienstgaben“. Um sie zu entdecken, könnten Fragen helfen wie: „Wo werde ich gebraucht?“, „Wem kann ich etwas geben?“ oder „Wo in der Gesellschaft bleibt eine Lücke, wenn ich mich und meine Gaben nicht einbringe?“. Auch die Rückmeldungen der Mitmenschen könnten eine Hilfe sein, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen.

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Hock: Vor Gott gibt es nur eine Behinderung

Der Psychotherapeut und Kabarettist Bernd Hock (Pinneberg bei Hamburg) sagte in seinem Vortrag: „Die von Gott gewollte Vielfalt in unserer Gesellschaft ist sehr gefährdet und droht, verloren zu gehen.“ So erkenne er eine wachsende Tendenz dazu, dass Behinderte nicht gewollt sind. „Beispielsweise ist der gesellschaftliche Druck, Kinder mit Behinderung abzutreiben, heutzutage sehr hoch.“ Christen können sich laut Hock gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung Beeinträchtigter und Schwacher stark machen, indem sie anfingen, das Verbindende hochzuhalten, statt „christlichen Autismus“ zu praktizieren. „Vor Gott gibt es aber nur eine Behinderung – nämlich die, von ihm getrennt zu sein“, so der Therapeut. Die Veranstaltung vom 18.-21. Oktober stand unter dem Motto „versteckt – entdeckt: Du weißt nicht, was du kannst, bevor du es versuchst“ und richtet sich an Menschen mit und ohne Behinderung, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Kinder-, Jugend- und Gemeindearbeit sowie Familien.

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