Mittwoch • 21. August
Präses Ansgar Hörsting
03. August 2019

Evangelikale stehen nicht für eine „Jenseits-Vertröstung“

Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG), Ansgar Hörsting. Foto: idea/Daniela Städter
Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG), Ansgar Hörsting. Foto: idea/Daniela Städter

Bad Blankenburg (idea) – Evangelikale stehen nicht für eine „Jenseits-Vertröstung“. Das betonte der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG), Ansgar Hörsting (Witten), am 3. August auf der 124. Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg. Er hielt eine Bibelarbeit zum Thema „Hoch und heilig - mit Geduld und Ausdauer“. Der Vorwurf, dass Evangelikale den Menschen ausschließlich sagten, später werde alles gut „und was heute ist, ist egal“, stimme nicht. Evangelikale hielten das auseinander: „Wir freuen uns auf das Jenseits, aber das Diesseits prägen wir mit.“ Evangelikale täten dies als „Bürger unseres Landes, als Menschen, die letztendlich ihr Bürgerrecht bei Jesus Christus haben“.

ANZEIGE

Glaubenszweifel sind ein normales Phänomen

Ferner rief er dazu auf, den christlichen Glauben im Alltag zu trainieren und auch in schwierigen Situationen auf Gott zu vertrauen. Der Schreiber des Hebräerbriefes sei dafür ein gutes Beispiel. Er habe die Leser des Briefes wiederholt aufgefordert, „dran“ zu bleiben. Hörsting zog einen Vergleich zu Läufern, die von Zuschauern angefeuert werden, wenn sie müde werden. Jeder Christ brauche andere Christen, die in schwierigen Situationen für einen da seien. Glaubenszweifel habe es immer gegeben und seien ein völlig normales Phänomen, so Hörsting. Es komme darauf an, sich ihnen zu stellen. Ferner ermutigte er, nicht mit unnötigen Sorgen durch das Leben zu laufen. Es sei häufig eine Frage der Einstellung. Statt bei großen Herausforderungen „Hilfe“ zu rufen, könne man diese auch willkommen heißen, weil sie zum Leben dazugehörten. Dann könnten die Sorgen kein Bedrohungsszenario entwickeln. Es helfe auch, sich in solchen Situationen immer wieder das Ziel vor Augen zu führen. Das Paradies auf Erden habe Gott Christen nie versprochen. Das warte auf Christen im Himmel.

Warum der zerrissene Vorhang im Tempel so bedeutend ist

Der polnische Pfarrer Leszek Czyz (Wisla Malinka) schilderte in seiner Bibelarbeit über Hebräer 10,19-25 die Situation, wie der Vorhang im Tempel in Jerusalem zerriss, als Jesus starb. Der riesige Vorhang habe zuvor ein Hindernis zwischen Gott und den Menschen dargestellt. Aufgrund der eigenen Sündhaftigkeit hätte der Anblick Gottes im Tempel ihren Tod bedeutet. Doch Jesus habe durch seinen Tod alle Barrieren beiseite geschoben. Durch seinen Tod und seine Auferstehung „haben wir nun Zutritt zum Allerheiligsten und zu Gottes Gegenwart“. Nun sei Gott für immer zugänglich.

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

9 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Leid „Der Tumor ist immer noch da“
  • Asien Hongkong: Neuer Samen für die Kirche
  • Biografie Von Schuld, Scheitern und Wiederaufstehen
  • Pro und Kontra Über die Kirchensteuer selbst entscheiden?
  • Verkündigung Wie Bibelübersetzer die Welt verändern
  • mehr ...
ANZEIGE