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Publizist
04. Dezember 2017

Deutschland ist eine Heidenrepublik

Der jüdische Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn. Foto: picture-alliance/Susanne Jahrreiss/Michael Wolffsohn/dpa
Der jüdische Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn. Foto: picture-alliance/Susanne Jahrreiss/Michael Wolffsohn/dpa

Ravensburg (idea) – Deutschland ist „mehr oder weniger“ eine Heidenrepublik. Im Land herrscht religiöse Ahnungslosigkeit. Diese Ansicht vertritt der jüdische Historiker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn (München) in der Schwäbischen Zeitung (Ravensburg). Ihm zufolge ist das Christentum „weitgehend zur Folklore verkümmert“. Nur noch eine Minderheit der Christen wisse, warum Weihnachten, Ostern und Pfingsten gefeiert werden. Die Mehrheit der Deutschen sei religiös „eher analphabetisch“. Zugleich nehme die Zahl der Muslime in Deutschland zu. Deren Mehrheit sei „gläubig bis tiefgläubig“. Christen, die ihre eigene Religion nicht kennen, könnten mit ihnen keinen interreligiösen Dialog führen.

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Die EKD ist „nicht selten wie der verlängerte rot-grüne Arm“

Ferner übte Wolffsohn Kritik an Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche. Sie vergäßen oft, dass „Politik Opium für die Religion ist“. Wolffsohn: „Sie müssen höllisch aufpassen, dass sie den Himmel nicht aus den Augen verlieren.“ Man müsse Kirchenvertreter daran erinnern, dass Politiker „auf der Politik-Klaviatur besser spielen können als sie“. Besonders die EKD stelle sich „nicht selten wie der verlängerte rot-grüne Arm“ dar. Wolffsohn wurde 1947 in Tel Aviv in eine Familie geboren, der noch 1939 die Flucht aus Deutschland gelungen war. Seit 1966 lebt er in Deutschland und wurde 1982 von der Universität der Bundeswehr in München zum Professor für Neuere Geschichte berufen.

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