Samstag • 23. Februar
Joachim Loh
04. Februar 2019

Als Unternehmer den Kopf hinhalten

Der evangelikale Unternehmer Joachim Loh bei seinem Vortrag in der Wetzlarer Stadthalle. Foto: idea/Rösler
Der evangelikale Unternehmer Joachim Loh bei seinem Vortrag in der Wetzlarer Stadthalle. Foto: idea/Rösler

Wetzlar (idea) – Unternehmer sollten Risiken eingehen, aber auch den Kopf hinhalten, wenn ein Schaden eingetreten ist. Dazu hat der evangelikale Unternehmer Joachim Loh (Haiger) bei einer Vortragsveranstaltung des überkonfessionellen Verbandes „Christen in der Wirtschaft“ (CiW) aufgerufen. Vor 70 Besuchern kritisierte er den Trend, nach einem Fehler die Verantwortung auf andere abzuschieben oder den Vorgang zu vertuschen. Als positive Beispiele für konsequentes Verhalten nannte er den früheren Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der nach dem Bekanntwerden der Dieselaffäre im September 2015 seinen Hut genommen hatte, oder auch den früheren Bankvorstand bei der Deutschen Bundesbank, Thilo Sarrazin, der nach der Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ seinen Vorstandsposten verlor. Loh: „Der Mann hat Mut, Zivilcourage.“ Als Negativbeispiel beschrieb Loh die Vorgänge um den Berliner Großflughafen BER. Nach dem ersten Spatenstich 2006 sollte er eigentlich 2011 in Betrieb gehen. Inzwischen wird die Fertigstellung im Oktober 2020 erwartet. Die geplanten Kosten hätten sich von zwei Milliarden Euro auf bis zu sieben Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Ursache seien Baumängel, Planungsfehler, ein fehlerhaftes Krisenmanagement sowie Korruption. Niemand habe für diese Entwicklung bisher die Verantwortung übernommen. Loh: „Keiner wurde belangt.“

ANZEIGE

Warum gerade Unternehmer an Gott glauben sollten

Wie Loh weiter ausführte, fällt er als Christ ehrliche Entscheidungen und weiß sich in seinem Handeln vor Gott verantwortlich: „Ich kann in dem Bewusstsein leben, dass die Verantwortung für mein Handeln bei Gott unter ein gnädiges Urteil fällt.“ Er räumte ein, dass es manchen Menschen schwerfalle, an Gott zu glauben. Doch für Unternehmer sollte das nicht gelten: „Sie müssen doch an das glauben, was sie da tun.“ Jeder Unternehmer sei von etwas überzeugt, „das er noch nicht sieht“. Nicht anders sei es beim Glauben an Gott: „Ungläubige Unternehmer sind für mich ein Widerspruch.“

Auf die Ewigkeit vorbereiten

Loh rief ferner zur Absicherung von Risiken auf. Im Privatleben gelte dies vor allem für die Bereiche Gesundheit, Bildung und Ewigkeit. Zum letzten Punkt sagte er: „Ich habe mein Leben bewusst unter die Herrschaft Gottes gestellt. Jesus Christus ist mein Garant für eine herrliche Zukunft nach meinem Ableben.“ Zur Joachim Loh Unternehmensgruppe (JLU-Group) gehören sechs Firmen und 18 Tochterunternehmen mit insgesamt 1.200 Mitarbeitern. 2009 übergab Loh die Leitung an seinen Sohn Sebastian. Joachim Loh ist ehrenamtlich bei zahlreichen evangelikalen Organisationen tätig, so bei ERF Medien (Wetzlar), dem Missionswerk Forum Wiedenest (Bergneustadt) und der Evangelisch-Freikichlichen Gemeinde (Brüdergemeinde) Haiger. Der Verband „Christen in der Wirtschaft“ wurde 1902 gegründet. Die Mitglieder treffen sich in mehr als 40 deutschen Städten zu Gesprächsforen, Gruppen und Gebetskreisen. Vorsitzender ist Friedbert Gay (Remchingen bei Karlsruhe), Generalsekretär Michael vom Ende (Würzburg).

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

9 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Berlinale Großalarm ums Kreuz
  • DDR Linke diskreditieren die Aufarbeitung des SED-Unrechts
  • Bäckermeister Plentz Backen und beten
  • Debatte Ist Deutschland kinderfeindlich?
  • Bombenanschlag Die lebende Märtyrerin
  • mehr ...
ANZEIGE