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VELKD
11. November 2017

Kritik an Abschaffung der Frauenordination in Lettland

Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands kritisiert die Abschaffung der Frauenordination innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands. Foto: imago stock&people
Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands kritisiert die Abschaffung der Frauenordination innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands. Foto: imago stock&people

Bonn (idea) – Kritik an der Abschaffung der Frauenordination innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands hat die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) geübt. Man hoffe, dass die lettische Kirche sich dem weiteren Dialog darüber nicht verschließe, heißt es in einer am 11. November in Bonn einstimmig verabschiedeten Entschließung. Man sehe sich in der Unterstützung der Frauenordination eng verbunden mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und dem Lutherischen Weltbund, und sei davon überzeugt, dass das biblische Zeugnis die Gleichheit aller Menschen als Gottes Ebenbilder würdigt. Weiter heißt es: „Die Generalsynode bittet ihre Gliedkirchen, den Dialog im Rahmen ihrer Partnerschaften intensiv zu suchen und all diejenigen zu stärken, die infolge des lettischen Synodenbeschlusses großen Einschränkungen unterworfen sind.“ Dazu gehörten etwa Pastorinnen, die jetzt nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten könnten, die Evangelisch-Theologische Fakultät an der Universität sowie einzelne Gemeinden, die den Synodenbeschluss ablehnten. Wie der Präsident der VELKD-Generalsynode, Wilfried Hartmann (Hamburg), vor Journalisten sagte, ist das Ja zur Frauenordination für das Gremium „unaufgebbar“. Dennoch wolle man den Gesprächsfaden zur lettischen Kirche nicht abreißen lassen.

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LWB: 27 der 145 Mitgliedskirchen praktizieren keine Frauenordination

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands hatte die Frauenordination 2016 offiziell abgeschafft. Daraufhin entzog ihr die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland die Hoheit über die von ihr gezahlten Hilfsgelder. Auch das Diasporawerk der EKD, das Gustav-Adolf-Werk (GAW/Leipzig), stellte seine finanzielle Förderung für die lettische Kirche ein. Der lettische Erzbischof Janis Vanags (Riga) ordinierte bereits seit seiner Einsetzung 1993 keine Frauen mehr. Nach seiner Ansicht entspricht die Praxis, ausschließlich Männer als Pastoren einzusetzen, den biblischen Grundlagen und der apostolischen Tradition. Die lettische Kirche steht mit ihrer Haltung innerhalb des Lutherischen Weltbundes nicht alleine. 27 der insgesamt 145 Mitgliedskirchen praktizieren keine Frauenordination. Die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen lehnen sie ebenfalls ab. Zu ihnen gehören rund 1,5 der 2,3 Milliarden Christen.

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