Dienstag • 10. Dezember
Eröffnungsgottesdienst der EKD-Synode
10. November 2019

Sächsische Landeskirche ist aufgewühlt und sucht nach Frieden

Der theologische Oberlandeskirchenrat der sächsischen Landeskirche Thilo Daniel. Screenshot: zdf.de
Der theologische Oberlandeskirchenrat der sächsischen Landeskirche Thilo Daniel. Screenshot: zdf.de

Dresden (idea) – Nach dem Rücktritt des Landesbischofs Carsten Rentzing ist die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens aufgewühlt und auf der Suche nach Frieden. Das sagte deren theologischer Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel (Dresden) im Eröffnungsgottesdienst der EKD-Synode am 10. November in Dresden.

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Daniel vertritt den zurückgetretenen Landesbischof bis zur Wahl eines Nachfolgers am 29. Februar 2020. Rentzing hatte sich zu dem Schritt entschlossen, nachdem unter anderem bekannt geworden war, dass er als Student Beiträge für die rechtskonservative Zeitschrift „Fragmente“ verfasst hatte. Das sächsische Landeskirchenamt bezeichnete diese Texte als „elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich“.

In seiner Predigt zum Bibelvers Philipper 4,7 sagte Daniel, die Frage, wofür und wogegen die Landeskirche sei, habe viel Unfrieden gestiftet. Für viele sei man die Antwort auf diese Frage schuldig geblieben. Man laufe Gefahr zu verlieren, was Christen im Glauben verbinde. Sie sollten vorleben, dass der Glaube die Botschaft des Friedens und der Versöhnung sei. Auch wenn sie nicht immer die besseren Menschen seien, sollten sie nicht aufgeben, auf Besserung zu hoffen. Der Glaube habe seine Mitte in Jesus Christus. Dieser habe mit seinem Leben gezeigt, was Liebe ist. Das Kreuz sei kein Symbol der Gewalt geblieben, sondern am Ostermorgen zum Lebensbaum geworden.

Der Gottesdienst wurde vom ZDF übertragen und ist in der Mediathek abrufbar.

Bis zum 13. November beraten die 120 Delegierten unter anderem das Schwerpunktthema „„Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“. Weitere Themen sind die Reform der Kirche sowie die Verhinderung sexueller Gewalt durch kirchliche Mitarbeiter. Die Synode ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Präses des Kirchenparlaments ist die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer (Berlin). Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen, zu denen 21,1 Millionen Mitglieder gehören.

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