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Boykott
03. Juni 2020

Ökumenischer Kirchentag: AfD-Mitglieder als „Mitwirkende“ unerwünscht

Mitglieder der AfD als „aktiv Mitwirkende“ sind beim dritten Ökumenischen Kirchentag unerwünscht. Symbolfoto: pixabay.com
Mitglieder der AfD als „aktiv Mitwirkende“ sind beim dritten Ökumenischen Kirchentag unerwünscht. Symbolfoto: pixabay.com

Frankfurt am Main (idea) – Mitglieder der AfD werden nicht als „aktiv Mitwirkende“ zum dritten Ökumenischen Kirchentag in Deutschland eingeladen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ökumenischen Kirchentags vom 3. Juni hervor.

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Die Veranstaltung soll vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfinden. In einem Beschluss des Kirchentagspräsidiums heißt es, dass die Veranstaltung eine Plattform für Themen des Glaubens, der Kirchen, der Ökumene sowie für gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen sei. Man lasse sich dabei unter anderem von einem christlichen Menschenbild und den Prinzipien einer rechtsstaatlichen Demokratie leiten, zu der Kompromisse und Verständigung gehörten. Auch kritische Positionen hätten folglich ihren Platz: „Eine Grenze ziehen wir dort, wo Personen für rassistische oder antisemitische Überzeugungen eintreten und/oder für Positionen werben, die von einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder von einer ideologischen Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung geprägt sind.“

Ergänzend heißt es dazu in der Pressemitteilung: „Darunter fallen unter anderen auch Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD).“ Veranstalter des dritten Ökumenischen Kirchentags sind das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und der Deutsche Evangelische Kirchentag. Sie erwarten über 100.000 Besucher. Die ersten beiden Treffen wurden 2003 in Berlin mit über 200.000 Teilnehmern und 2010 in München mit 125.000 Besuchern veranstaltet.

Beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund waren AfD-Repräsentanten von den Podien ausgeschlossen worden. Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm (München), hatte die Entscheidung damals ausdrücklich begrüßt und es als unangemessen bezeichnet, der AfD ein öffentliches Forum zu geben. Beim Katholikentag 2018 in Münster saß der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz (Uhingen bei Göppingen), auf einem Podium.

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