Montag • 22. April
„Wahrzeichen des Christentums“
16. April 2019

Notre-Dame: Evangelische Christen bekunden ihre Anteilnahme

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Über dem Wahrzeichen waren Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen. Foto: picture-alliance/Photoshot
In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Über dem Wahrzeichen waren Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen. Foto: picture-alliance/Photoshot

Paris (idea) – Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame bekunden evangelische Christen ihre Anteilnahme. Das Feuer hatte am 15. April den Turm und das Dach der bekanntesten Kirche des Landes zerstört. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Evangelischen Rates in Frankreich, Romain Choisnet (Paris), bekundete in einer Nachricht im sozialen Netzwerk Twitter die Anteilnahme für die katholische Kirche in Frankreich und die Diözese Paris. Die vom Feuer verwüstete Kathedrale sei ein Wahrzeichen für das Christentum und für Frankreich. Die Brandkatastrophe habe die Stadt in einen Schockzustand versetzt, berichtete die Pfarrerin der Deutschen Evangelischen Christuskirche Paris, Andrea Busse, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Obwohl viele Franzosen wegen der Laizität (Trennung von Staat und Kirche) keine praktizierenden Christen seien, hänge ihr Herz doch sehr an dieser Kirche. In der deutschen Gemeinde sei während des Brandes dafür gebetet worden, dass keine Menschen verletzt würden. „Heute schließen unsere Gebete vor allem auch die Gemeinde von Notre-Dame ein, die zu Beginn der Karwoche ihren Gottesdienstraum verloren hat“, so Busse. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm (München) schrieb auf Facebook, Notre-Dame sei „das spirituelle Zentrum, so etwas wie die Seele“ der französischen Hauptstadt. „Ich denke an die Menschen in Paris und nehme mein Erschrecken hinein in die Karwoche.“

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Stiftung Frauenkirche: Trost durch die Osterbotschaft

Die Stiftung Frauenkirche Dresden übermittelte in einer Pressemitteilung „in ökumenischer Verbundenheit unser tief empfundenes Mitgefühl“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Auch wenn wir die Kathedrale Notre-Dame und ihre Gemeinde jetzt in der Karwoche im Leid gefangen sehen, trägt uns die Hoffnung, dass die österliche Botschaft der Auferstehung tröstet und neues Leben sichtbar werden lässt.“ Dafür könne die Frauenkirche „ein ermutigendes Zeichen sein“. Sie war 1945 bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört und von 1993 bis 2005 wieder aufgebaut worden.

Hamburger Kirchen läuten Trauerglocken

Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kirsten Fehrs (Hamburg), erklärte in einer Pressemitteilung, auch die evangelischen Christen in Hamburg seien „erschüttert über die Verwüstung von Frankreichs bedeutendster Kirche“. Als Zeichen der „geschwisterlichen Verbundenheit“ wurden an den Hamburger Hauptkirchen die Trauerglocken geläutet. Aus Anlass des Brandes wurde in der Kirche St. Michaelis (Michel) eine Andacht gehalten. Zu Beginn der Karwoche, die ohnehin eine Zeit der Trauer sei, wüssten sich die Christen in Hamburg mit ihren französischen Glaubensgeschwistern „einig in Gedenken und Gebet“, so Fehrs.

Berliner Domgemeinde: Wir sind im Gebet bei den Menschen

Auch am Berliner Dom wurden als Zeichen der Anteilnahme die Glocken geläutet. Domprediger Michael Kösling erklärte auf der Internetseite der Gemeinde: „Wir sind tief erschüttert, dass die Gläubigen in Frankreich diesen so wichtigen Ort verloren haben.“ Es sei aber auch ein Grund für Dankbarkeit, dass bei dem Brand kein Mensch schwer verletzt worden sei. „Wir sind im Gebet bei den Menschen in Paris und Frankreich“, erklärte Kösling.

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