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Corona-Krise
25. Mai 2020

Gesundheit ist für Christen nicht das Wichtigste

Nach Ansicht Sickingers ist Gesundheit für Christen nicht das Wichtigste. Foto: pixabay.com
Nach Ansicht Sickingers ist Gesundheit für Christen nicht das Wichtigste. Foto: pixabay.com

Mülheim an der Ruhr (idea) – Gesundheit ist für Christen nicht der absolut höchste Lebenswert. Diese Ansicht vertritt das Vorstandsmitglied des Lutherischen Konvents im Rheinland, Pfarrer Wolfgang Sickinger (Mülheim an der Ruhr), auf der Facebook-Seite des Konvents.

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Er äußerte sich in einer Stellungnahme unter der Überschrift „Was lernen Christen aus der Corona-Krise?“. Jeder vernünftige Mensch achte auf seine Gesundheit und sei dankbar für sie, aber für Christen sei die Beziehung zum dreieinigen Gott und die Geborgenheit im Glauben wichtiger.

Sickinger kritisiert die Aussage des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), der in einer EKD-Pressemitteilung erklärt hatte, der Schutz des Lebens stehe „für die Kirchen auch in der Corona-Krise an erster Stelle“. Das sei „für sich genommen falsch“, so Sickinger. Die Kirchen hätten „weder die Macht noch die Möglichkeiten, das Leben umfassend zu schützen“.

Ihre Aufgabe sei vor allem, das Evangelium zu verkünden. Weiter schreibt der Theologe, der Reformator Martin Luther (1483–1546) habe es für „natürlich“ gehalten, vor Lebensgefahr zu fliehen, wenn man nicht dem Dienst am Nächsten verpflichtet sei.

Luther selbst sei trotz anderslautender Aufforderungen in Wittenberg geblieben, als dort 1527 die Pest ausbrach, und habe weiter seinen Dienst als Seelsorger und Lehrer der Theologie getan. Er habe Christen geraten, „aus Gottes Wort zu lernen, wie man leben und sterben solle, und sich auf das Ende des irdischen Lebens vorzubereiten“.

Der Lutherische Konvent im Rheinland wurde 1936 als Opposition gegen die nationalsozialistischen „Deutschen Christen“ gegründet. Sein Anliegen ist heute, das lutherische Bekenntnis innerhalb der rheinischen Kirche zu vertreten.

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