Sonntag • 22. September
Gabriele Göbel
24. August 2019

Erstmals in der EKHN: Pfarrerin wird römisch-katholisch

Pfarrerin Gabriele Göbel tritt von der Evangelischen Kirche zur römisch-katholischen Kirche über. Symbolfoto: picture-alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
Pfarrerin Gabriele Göbel tritt von der Evangelischen Kirche zur römisch-katholischen Kirche über. Symbolfoto: picture-alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB

Darmstadt/Grebenhain (idea) – Erstmals tritt eine amtierende Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zur römisch-katholischen Kirche über. Das teilt die 1,5 Millionen Mitglieder zählende Kirche auf ihrer Internetseite mit. Es handelt sich um die im Vogelsberg tätige Pfarrerin Gabriele Göbel. Die EKHN zitiert die 56-jährige Theologin mit den Worten, sie habe eine Zeit tiefgreifender Veränderung für ihr Leben und ihren Glauben erlebt: „Und hier spüre ich in mir einen Ruf, dem ich nachgehen möchte. Ich sehe meine neue geistliche Heimat in der katholischen Kirche.“

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„Der gemeinsame Glaube ist nicht mehr gegeben“

In ihrer Abschiedspredigt in Grebenhain-Ilbeshausen sagte sie: „Ich war sehr gerne hier und in der hessen-nassauischen Kirche wirklich zu Hause, doch die tiefe innere Grundlage, der gemeinsame Glaube, das ist nicht mehr gegeben.“ Sie predigte beim Abschied nicht mehr von der Kanzel, weil ihr bei der Vorbereitung der Predigt klargeworden sei, dass sie den Glauben nicht mehr auf der Grundlage der Reformation verkündigen könne – „und genau darauf muss sich die Kirchengemeinde doch verlassen können“, so die Pfarrerin. Göbel war seit dem Sommer 2018 mit je einer halben Stelle Pfarrerin im Kirchspiel Altenschlirf, Ilbeshausen und Schlechtenwegen sowie in der Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge im Dekanat Vogelsberg. Davor hatte sie 19 Jahre in der Klinikseelsorge in Rüsselsheim und Limburg gearbeitet. Zuvor war sie sechs Jahre Gemeindepfarrerin. Göbel wird Ende August aus dem Amt scheiden und sich nach einer Auszeit im Herbst beruflich neu orientieren.

Regionalbischof: Der Wechsel weckt „zwiespältige Gefühle“

Der evangelische Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt (Gießen), dankte der Pfarrerin für ihren Dienst in der EKHN. Vieles, von dem, was sie gesät habe, werde aufgehen und wachsen. Der Wechsel zur römisch-katholischen Kirche wecke aber auch „zwiespältige Gefühle“, so der Regionalbischof. Der „versöhnte Abschied“ aus der EKHN zeige, „wie gut sich das Verhältnis zwischen den Konfessionen entwickelt hat“. Gleichzeitig werde durch den Wechsel aber auch deutlich, dass die Kirche etwa im Verständnis des Pfarramts und des Abendmahls noch getrennt seien: „Gabriele Göbel wird nicht Pfarrerin sein können in einer Kirche, die keine Frauenordination kennt.“ Schmidt weiter: „Wir sehnen uns immer noch nach dem, was Jesus selbst als seinen Herzenswunsch formuliert hat. Dass sie alle eins seien. Wir sind auf dem Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“

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