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Zum Buß- und Bettag
19. November 2019

EKD-Ratsvorsitzender: Gezielte Falschbotschaften sind „Gift“

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost

München (idea) – Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), hat dazu aufgerufen, gegen Falschbotschaften im Internet vorzugehen.

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Wer sie gezielt in die Welt setze und „durch digitale Kommunikation Gift verbreitet und damit systematisch das achte Gebot verletzt (Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten), dessen Handeln verdient keine Langmut, sondern die klare Gegenwehr von Staat und Zivilgesellschaft“, erklärte er anlässlich des Buß- und Bettages (20. November).

Nach seinen Worten öffnet die Güte Gottes auch die Augen für das, was falsch laufe. Sie gebe dem Menschen die Kraft, über sich selbst nachzudenken. Der Ratsvorsitzende fragte: „Wo rede ich selbst gedankenlos über andere in ihrer Abwesenheit, so dass sie sich nicht wehren können? Wo rege ich mich genau deswegen auf, weil ich das, worüber ich mich aufrege, bei mir selbst kenne und nicht mag?“.

Bedford-Strohm predigt am Buß- und Bettag in der Münchner St.-Matthäuskirche (10 Uhr). Der Gottesdienst wird von der ARD und dem Hörfunkprogramm Bayern 1 live übertragen.

Der evangelische Buß- und Bettag, erstmals 1532 in Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer Sachsen ersatzlos gestrichen. Er hat aber nach wie vor seinen Platz im kirchlichen Festkalender. Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten und Gottesdiensten ein, damit auch Berufstätige teilnehmen können.

Kirchen: Über Ausländerhass und Umweltzerstörung nachdenken

Die Buß- und Bettagskampagne der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche der Pfalz steht unter dem Motto „Alles egal? Oder hast du noch Träume?“.

Auf der Internetseite der Kampagne heißt es: „Der Buß- und Bettag ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben.

Der Gedenktag dient dem Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie beispielsweise Ausländerhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen.“

CDU-Politiker Krauß: Der Buß- und Bettag ist nötiger denn je

Die sächsische Landtagsfraktion der Partei „Die Linke“ forderte am 18. November, statt des Buß- und Bettags einen Feiertag für Familien am ersten Freitag im Juni einzurichten.

Dagegen wandte sich der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Sachsen, der Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß (Schwarzenberg), in einer Stellungnahme: „Der Buß- und Bettag ist nötiger denn je. Er erinnert daran, dass wir Menschen fehlerhaft sind, dass auch ein Großteil des Volkes irren und in die falsche Richtung laufen kann.“

Der eigentliche Sinn des Buß- und Bettages sei, zu hinterfragen, was in der Gesellschaft falsch laufe: „Dafür dürfen wir Sachsen uns gern einen Tag Zeit nehmen.“

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