Donnerstag • 20. September
idea bewirbt sich nicht um Gelder
14. September 2018

EKD-Förderfonds für evangelikale Organisationen startet

Den Vorsitz des sechsköpfigen Vergabeausschusses hat die pfälzische Oberkirchenrätin Karin Kessel. Foto: Evangelische Kirche der Pfalz
Den Vorsitz des sechsköpfigen Vergabeausschusses hat die pfälzische Oberkirchenrätin Karin Kessel. Foto: Evangelische Kirche der Pfalz

Frankfurt am Main (idea) – Evangelikale Organisationen können ab sofort bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Fördermittel für ihre Medienarbeit beantragen. Die EKD hat dazu einen „Innovationsfonds“ zur Unterstützung evangelikaler Medienprojekte eingerichtet. Verwaltet wird er vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publistik (GEP) in Frankfurt am Main. Wie das GEP am 14. September mitteilte, setzt sich die EKD mit dem Fonds „für die Vielfalt der evangelischen Publizistik ein“. Für das Jahr 2018 stünden 42.000 Euro und für 2019 weitere 72.000 Euro zur Verfügung. Ab 2020 habe die EKD einen jährlichen Betrag von 132.000 Euro „für neue, digitale Medienprojekte sowie zur Unterstützung bereits etablierter evangelisch-evangelikaler Medienprodukte in Aussicht gestellt“. Das entspricht exakt dem Betrag, der der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) entzogen worden ist. Die EKD-Synode hatte 2017 beschlossen, einen seit den 80er Jahren gewährten jährlichen Zuschuss von 132.000 Euro ab 2018 zu kürzen und ab 2020 ganz zu streichen. Dies hatte zu heftiger Kritik nicht nur in der evangelikalen Bewegung geführt, zumal der Beschluss ohne vorherige Gespräche und ohne Begründung erfolgte. idea war als einzige Einrichtung von einer solchen Maßnahme betroffen.

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Zum Vergabeausschuss gehört der Gnadauer Präses Diener

Über die Förderung der evangelikalen Medienprojekte aus dem neuen Fonds entscheidet ein vom GEP-Aufsichtsrat eingesetzter Fachausschuss, der im Frühjahr 2019 erste Förderbeschlüsse treffen wird. Zu dem sechsköpfigen Vergabeausschuss unter Vorsitz von Oberkirchenrätin Karin Kessel von der pfälzischen Kirche gehören unter anderen die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer (Berlin), der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, EKD-Ratsmitglied Michael Diener (Kassel), der Baptistenpastor Friedrich Schneider (Oldenburg) und der Vizepräsident der rheinischen Kirche, Johann Weusmann (Düsseldorf). Präses Diener erklärte zu dem Fonds: „Der evangelikale Medienfonds ist eine große Ermutigung für viele Medienverantwortliche evangelikaler Prägung, die mit ihren Produkten zwar Kirchenmitglieder in den evangelischen Landeskirchen erreichen, ihre Medienarbeit aber sehr häufig ohne kirchliche Unterstützung allein aus Spendenmitteln betreiben müssen. Und er wird dazu beitragen, dass auch in der eher evangelikalen Publizistik neue Wege, Stichwort Digitalisierung, gegangen werden können.“ GEP-Direktor Jörg Bollmann freut sich, „dass die EKD weiterhin die evangelische Publizistik in all ihren Ausprägungen unterstützt“.

idea wird sich nicht um Gelder bewerben, sondern bleibt unabhängig

Der idea-Vorstand hat bereits beschlossen, sich nicht um Gelder aus dem Medienfonds zu bewerben. Ihm zufolge hat idea eine übergroße Solidarität nach der Streichung der Gelder durch die EKD-Synode erhalten. Das zeigten die Reaktionen von seinen Lesern, einzelnen Kirchenleitern, der sächsischen Landessynode und zahlreichen anderen. Es bestehe der große Wunsch, idea solle auf alle regelmäßigen Zuschüsse verzichten und unabhängig bleiben. Viele Leser hielten das für sehr wichtig, weil aus ihrer Sicht nur so die Glaubwürdigkeit einer Berichterstattung gewährleistet sei. Dagegen freue man sich – so der Vorstand – über finanzielle kirchliche Hilfen für spezielle Projekte. Die sächsische Landessynode etwa hatte beschlossen, idea 2018 einen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro zu gewähren. Nach der Synodenentscheidung hatte idea so viele neue Abos wie nie in einem 4. Quartal erhalten und von rund 4.200 Einzelpersonen über eine Million Euro Spenden – im Vergleich zu 2016 ein Plus von 26 Prozent.

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