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Yassir Eric: Die Wiege des Christentums ist fast christenfrei

31.07.2021

Yassir Eric bei der 125. Allianzkonferenz. Foto: IDEA/Lydia Schubert
Yassir Eric bei der 125. Allianzkonferenz. Foto: IDEA/Lydia Schubert

Bad Blankenburg (IDEA) – Die Wiege des Christentums – der Nahe Osten – ist fast christenfrei geworden. Das berichtete der Theologe Yassir Eric (Korntal bei Stuttgart) am 30. Juli auf der 125. Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg. Der aus dem Sudan stammende Christ hielt dort einen Vortrag zum Thema „Die aktuelle Situation der Christen im Nahen Osten: Zwischen Vertreibung und Hoffnung“.

Ihm zufolge ist der Nahe Osten über Jahrhunderte hinweg und noch lange vor Europa von Juden und Christen bevölkert gewesen. „Jesus wurde in Bethlehem geboren, nicht in Berlin“, so Eric. Jedoch habe der Islam von Mekka ausgehend die religiöse Landschaft nachhaltig verändert.

So lebten die Christen in Ländern wie Syrien, Irak, Iran, Saudi-Arabien und Afghanistan heute in großer Bedrängnis. Immer wieder seien Kirchen von extremistischen Muslimen zerstört worden.

Zudem hätten christliche Familien mit Anfeindungen und Stigmatisierungen zu kämpfen. So würden etwa Kinder von zum Christentum konvertierten ausgegrenzt und ihnen sei der Zugang zur Schule erschwert.

„Hierzulande haben viele von uns während des Corona-Lockdowns die Gemeinde und Gottesdienste vermisst“, so der Theologe. Die Gemeinden im Iran jedoch lebten sozusagen in einem dauerhaften Lockdown, weil gemeindliche Treffen und Gottesdienste nur im Geheimen möglich seien. „Was wir jetzt erlebt haben, ist für sie normal.“

Eric: Christen im Nahen Osten können für uns ein Vorbild sein

Wie Eric weiter sagte, zeigt sich Gott jedoch auch in der schwierigen Situation. So kämen trotz der Verfolgung immer wieder Menschen in den betroffenen Ländern zum Glauben und schlössen sich einer Gemeinde an. „Es passieren Wunder, viele sehen Jesus in ihren Träumen“, so der Theologe. Zugleich könne der Blick in den Nahen Osten den Christen in Europa jedoch auch als Herausforderung dienen, den Glauben neu wertzuschätzen. „In Deutschland haben wir Gott durch viele andere Sachen in unserem Leben ersetzt“, so Eric. Die Menschen in Syrien und Irak hingegen wüssten, was es bedeute, nichts zu haben. „In dieser Lage wird Gott alles, was man braucht.“

Eric leitet das Europäische Institut für Migration, Integration und Islamfragen innerhalb der AWM (ehemals Akademie für Weltmission/Korntal).

Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz ist Pastor Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), Generalsekretär Reinhardt Schink (München). Die Deutsche Evangelische Allianz hat an rund 1.000 Orten Allianzkreise. Sie veranstaltet unter anderem jährlich die Allianzgebetswoche. Die Allianzkonferenz fand erstmals 1886 statt. Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet.

Die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA war bei der Allianzkonferenz vor Ort dabei. Hier finden Sie alle Konferenz-Nachrichten im Überblick:

Vetter: Den Menschen nicht die Bibel um die Ohren hauen

Allianzpräsident: Evangelikale Bewegung hat Zukunft

Eckstein: Auch unter Christen gibt es Selbstdarsteller

Volker Kauder: Ich bin gläubiger Christ

Was Volker Kauder im Programm seiner Partei fehlt

Aktionskünstler Backhaus: Was mich in Krisenzeiten trägt

Yassir Eric: Die Wiege des Christentums ist fast christenfrei

Pikman: Einheit von Christen und messianischen Juden vertiefen

Theologe: Es findet eine Umkehrung christlicher Werte statt

Prof. Raedel: Die Ehrfurcht vor Gott nicht verlieren

125. Allianzkonferenz eröffnet: Jesus ist die Quelle

Bad Blankenburg: 125. Allianzkonferenz beginnt am 28. Juli

 

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