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Pfarrer Rolf Sons: Homosexuelle sollten zölibatär leben

04.05.2022

Pfarrer Rolf Sons. Foto: Privat
Pfarrer Rolf Sons. Foto: Privat

Würzburg (IDEA) – Homosexuelle Christen sollten im Umgang mit ihrer Sexualität Verzicht üben und zölibatär leben. Dafür hat sich Pfarrer Rolf Sons (Flein bei Heilbronn) in einem Seminar auf dem 11. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge am 3. Mai in Würzburg ausgesprochen. Der Bibel zufolge sei „der einzig legitime Ort für die Sexualität die Ehe von Mann und Frau“.

In seinem Vortrag zum Thema „Christliche Seelsorge und Homosexualität in der Perspektive von Schöpfung, Erlösung und Heiligung“ räumte er ein, dass dies „eine harte Rede“ sei und aus Sicht der modernen und sexualisierten Welt sogar unmenschlich. Doch in der heutigen Gesellschaft sei Sex zum Götzen geworden. Er wies die Anschauung zurück, dass ein Leben ohne Sex kein Leben sei.

Homosexuelle nicht ausgrenzen

Zugleich machte Sons deutlich, dass Homosexuelle von Christen nicht ausgegrenzt werden dürften: „Dass dies ein Grund zur Buße ist, sollte innerhalb der christlichen Gemeinde ernsthaft thematisiert werden.“ Sons: „Ich bin mir sicher, dass Jesus jeden homosexuell empfindenden Menschen annimmt.“

Er verwies auf den Umgang Jesu mit einer beim Ehebruch ertappten Frau, über den die Bibel berichtet: „Jesus nimmt diese Frau trotz ihrer Schuld an, verurteilt sie nicht und gibt ihr schließlich Gottes Gebot mit auf den Weg.“ Auch der Apostel Paulus habe dazu aufgerufen, als angenommene Sünder den anderen Sünder anzunehmen.

Homosexuelle wollten inklusive ihrer sexuellen Gefühle geliebt werden und nicht als Christen zweiter Klasse gesehen werden. Doch dürfe man nicht übersehen, dass jede homosexuelle Liebe „eine mit einer Verwundung gekennzeichnete Liebe ist“, weil sie nicht zum ursprünglichen Beziehungskonzept Gottes gehöre.

Aussagen der Bibel zu Homosexualität nicht zeitbedingt

Nach Überzeugung von Sons sind die wenigen kritischen Aussagen in der Bibel über die Homosexualität nicht zeitbedingt. Sie wollten vielmehr den ursprünglichen Schöpfungswillen Gottes gegenüber dem Heidentum zur Geltung bringen.

Bereits in der Antike habe das Christentum eine Gegenmoral zur vorherrschenden Ethik gelebt: „Der geordnete Gebrauch der Sexualität war das auffälligste Kriterium, nach dem sich die Kirche von der Kultur des römischen Reiches unterschied.“ Das habe für hetero- und homoerotische Sexualität gegolten.

Kirchlicher Ehesegen gilt nur für Mann und Frau

Kritik übte Sons an der kirchlichen Praxis, homosexuelle Paare zu segnen und zu trauen: „Dabei verschweigt die Kirche, dass der göttliche Ehesegen exklusiv der Verbindung eines Mannes und einer Frau vorbehalten ist.“ Auch das Argument von Befürwortern solcher Segnungen, dass eine homosexuelle Beziehung, die auf Dauer, Treue und Verbindlichkeit angelegt sei, mit einer Ehe vergleichbar sei, wies er zurück: „Mit gleicher Argumentation könnte man etwa behaupten, dass eine Mehr-Ehe theologisch vertretbar sei.“

Sons zufolge können Verheiratete, Ledige und Homosexuelle einen Platz innerhalb einer christlichen Gemeinde finden: „Sie tragen einander, vergeben einander und wenn einer fällt, helfen ihm die anderen wieder auf.“ Alle gemeinsam seien auf dem Weg zu dem Ort, „wo Christus ihre Defizite heilt“.

Sons gehört zum Leitungskreis des von Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel) gegründeten Netzwerks Bibel und Bekenntnis. Zudem ist er Vorsitzender des BibelStudienKollegs in Ostfildern (bei Stuttgart). Er amtierte von 2009 bis 2016 als Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen.

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