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Lützerath: Zusammenstöße zwischen Polizisten und „Störern“

15.01.2023

Rund 1.000 meist vermummte „Störer“ haben laut Polizeiangaben versucht, bei den Protesten am 14. Januar auf abgesperrtes Gelände zu gelangen. Foto: Picture Alliance/dpa/Federico Gambarini
Rund 1.000 meist vermummte „Störer“ haben laut Polizeiangaben versucht, bei den Protesten am 14. Januar auf abgesperrtes Gelände zu gelangen. Foto: Picture Alliance/dpa/Federico Gambarini

Erkelenz (IDEA) – Bei der Räumung des Weilers Lützerath, der dem Braunkohletagebau weichen soll, sind laut Polizeiangaben seit dem 11. Januar über 70 Polizisten verletzt worden. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung am 15. Januar. Die meisten Beamten seien am Tag zuvor bei den Protestaktionen der Kohlegegner verletzt worden, so ein Polizeispecher. Die Blessuren seien aber zum Teil Folge des schlammigen Bodens.

Laut Polizei hatten am 14. Januar rund 15.000 Personen im etwa drei Kilometer entfernten Erkelenz-Keyenberg demonstriert. Rund 1.000 meist vermummte „Störer“ hätten versucht, auf abgesperrtes Gelände zu gelangen. Zur Abwehr habe die Polizei Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Einzelne Demonstranten hätten Pyrotechnik in Richtung der Polizisten geworfen und Einsatzwagen angegriffen.

Anti-Braunkohle-Aktivisten warfen der Polizei ein brutales Vorgehen vor. Beamte hätten „hemmungslos“ auf friedliche Sitzblockierer eingeprügelt, so eine der „Demo-Sanitäterinnen“, Iza Hoffmann. Die Zahl der verletzten Aktivisten bewege sich im zwei- bis dreistelligen Bereich. Darunter seien auch schwer und lebensgefährlich Verletzte. Der Energiekonzern RWE verurteilte die Gewalt, die von Teilen der Aktivisten ausgegangen sei. „Wer völlig enthemmt Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten wirft und versucht, Absperrungen zu durchbrechen, kritisiert nicht die Energiepolitik, sondern attackiert das gesellschaftliche Fundament unseres Rechtsstaates.“

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel (Düsseldorf), hatte am 11. Januar alle Beteiligten zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. Es dürfe „keine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt werden, die dazu führt, dass Menschen verletzt oder gar getötet werden“.

► Kommentar von David Wengenroth zur Auseinandersetzung um die Räumung von Lützerath

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