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Bericht

Lasst uns öffentlich über den Glauben reden

01.04.2022

Der Initiator des Projekts, Markus Kosian. Foto: PromisGlauben e.V.
Der Initiator des Projekts, Markus Kosian. Foto: PromisGlauben e.V.

Vor gut zehn Jahren entstanden erste Ideen für die Initiative „PromisGlauben“. Wie es gelingt, über die Aussagen von Prominenten junge Leute zum Nachdenken über Jesus zu bewegen, berichtet der Initiator des Projekts, Markus Kosian. Der Beitrag ist zuerst in der IDEA-Spezialausgabe „Aus- und Weiterbildung“ erschienen. Von Daniela Städter

Wie können Christen mit jungen Leuten über den Glauben ins Gespräch kommen? Diese Frage stand zu Beginn der Gründung von „PromisGlauben“. Markus Kosian (45), Wirtschafts- und katholischer Religionslehrer an einem Kaufmännischen Berufsschulzentrum in München, stand immer häufiger vor Klassen, die mit christlichen Grundlagen und biblischen Geschichten nichts mehr anfangen können. Was geschah an Weihnachten? Schulterzucken. Welche Bedeutung hat Pfingsten? Große Augen. Noah, Mose, David? Noch nie gehört. „Es ist dramatisch“, sagt Kosian.

Alles begann mit Jürgen Klopp

Doch Kosian merkte, dass er die jungen Leute auf einem anderen Gebiet packen konnte: Wenn Prominente öffentlich über ihren Glauben sprachen, war das Interesse geweckt. 2011 äußerte sich der erfolgreiche Fußballtrainer und Protestant Jürgen Klopp dazu ausführlich in einem „Bild“-Interview: Der christliche Glaube sei für ihn ein starker Rückhalt und wie ein „Fixstern, der immer da ist“. Das ließ die Schüler aufhorchen. „Damals waren wir direkt im Gespräch drin“, erinnert sich Kosian. Wie kann Klopp sagen, dass er Christ ist, und dann so laut am Spielfeldrand herumschreien? Was ist Barmherzigkeit, was bedeutet Vergebung? Was sind meine ganz persönlichen Werte?

Dieses Gespräch war die Initialzündung. Für eine Ausstellung unter dem Titel „Was Promis glauben“ trug Kosian anschließend auf kleinen Plakaten Aussagen von Prominenten zusammen: Jürgen Klopp, Moderator Jörg Pilawa, Entertainer Harald Schmidt, Profifußballer David Alaba, Model Stefanie Giesinger und viele mehr. Diese Wanderausstellung ist mittlerweile in über 100 Schulen und Gemeinden gezeigt worden.

Markus Söder empfängt das Projektteam in der Staatskanzlei. Foto: Promisglauben e.V.

Großes ehrenamtliches Engagement

Doch für Schüler, die vor allem digital unterwegs sind, ist eine Ausstellung auf Papier – nun ja – eher langweilig. Und so startete am 1. Dezember 2017 in Zusammenarbeit mit anderen engagierten Christen die Plattform „PromisGlauben“. Die Initiative ist auf Facebook, Instagram sowie Twitter vertreten und hat einen YouTube-Kanal. „PromisGlauben“ bestehe bewusst aus zwei Substantiven, sagt Kosian. Es gehe darum, „über die Promis zum Glauben zu kommen“: „Das Projekt erreicht sowohl suchende Menschen als auch Christen, die durch die Aussagen ermutigt werden.“

Das Team des ökumenisch ausgerichteten Projekts recherchiert täglich nach aktuellen Aussagen von Menschen, die sich öffentlich religiös äußern. Darüber schreiben sie dann Artikel und teilen die Statements auf ihren Kanälen. Auf der Internetseite finden sich mittlerweile Artikel über mehr als 1.000 Prominente. Parallel erarbeitet das Team eigene Inhalte und führt Interviews: Den Gebetshausgründer Johannes Hartl, den Rapper Alex von den O’Bros, die Sportmoderatorin Valentina Maceri oder auch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) hatten sie schon vor der Kamera. Diese Arbeit würden sie gerne ausweiten, aber die Ressourcen sind begrenzt. Denn das mittlerweile etwa 15-köpfige Team ist ehrenamtlich unterwegs, sagt Kosian: „Wir machen das alle neben unserem Beruf. Wir verstehen das als Dienst an der Sache Jesu.“

Markus Kosian im Interview mit dem Musiker Toni Kraus. Foto: Promisglauben e.V.

„Unser Projekt wird im Gebet getragen“

Das Gebet spielt für das Team eine zentrale Rolle – es gibt einen Gebetskreis und vier geistliche Begleiter: „Unser Projekt wird im Gebet getragen.“ Einer der geistlichen Begleiter ist Andreas Engelbert von der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) München-Nord. Für ihn ist das Projekt eine „geniale Idee“, weil es hilft, den christlichen Glauben wieder „ein Stück mehr sprachfähig“ zu machen: „Nicht immer sind die Aussagen von den Promis unbedingt theologisch korrekt, aber sie laden ein, über das eigene Leben und den eigenen Glauben oder auch Nichtglauben nachzudenken.“

Menschen sollen Jesus kennenlernen

Bislang habe Gott ihnen immer die richtigen Mitarbeiter geschickt, sagt Kosian. Gesucht werden aktuell engagierte Christen, die das Projekt in den Bereichen Videoproduktion, Spendenakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Content- und Social-Media-Marketing und Ausstellungsentwicklung unterstützen. Auch Schüler sind verstärkt eingebunden: In einem Kurs entwickeln zukünftige Marketingkaufleute zusammen mit Kosian Ideen, wie die Plattform die Reichweite erhöhen kann, und sie analysieren, welche Interviewpartner künftig interessant sein könnten. Es bleibe ein Ziel der Initiative, dass sich Menschen auf ihrer Suche nach Sinn, Halt und Geborgenheit tiefergehend mit dem christlichen Glauben beschäftigen, betont Kosian. Deswegen finden sich auf den Kanälen auch immer wieder Andachten, Predigten und geistliche Impulse: „Wir wollen, dass Menschen Jesus kennenlernen.“

Das Promisglauben-Team präsentiert seine neuen T-Shirts. Foto: Promisglauben e.V.

Über „PromisGlauben“

will zukünftig verstärkt Religionslehrer in den Schulen erreichen. In München arbeitet das Team mit dem von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten „Religionspädagogischen Zentrum in Bayern“ (rpz-bayern.de) zusammen, damit die Inhalte Eingang in Unterrichtsmaterialien finden und bei den Konzepten zum Biografischen Lernen berücksichtigt werden können. Als „prominent“ gelten für das Team Menschen, „über die öffentlich berichtet wird und die etwas zu erzählen haben“. Ziel ist es, über Aussagen von Promis den Dialog über den christlichen Glauben und die damit verbundenen Werte neu anzuregen sowie die öffentliche Relevanz des christlichen Glaubens aufzuzeigen.

An dem Konzept interessierte Lehrer können sich melden unter: info@promisglauben.de

Mehr Informationen: promisglauben.de

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