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Menschenrechte

„Hilfsaktion Märtyrerkirche“ ausgezeichnet

03.07.2021

Der Vorstandsvorsitzende der HMK, Stefan Weber, nahm den Preis von der Referentin für Religionsfreiheit bei der IGFM, Michaela Koller, entgegen. Foto: IDEA/Christian Starke
Der Vorstandsvorsitzende der HMK, Stefan Weber, nahm den Preis von der Referentin für Religionsfreiheit bei der IGFM, Michaela Koller, entgegen. Foto: IDEA/Christian Starke

Wetzlar (IDEA) – Die „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) hat den diesjährigen „Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen“ erhalten. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 3. Juli in Wetzlar übergeben. Der Betrag ist bestimmt für notleidende Flüchtlinge in der Türkei, denen die HMK durch eine Partnerorganisation hilft. Die HMK unterstützt mit 170 Projekten in 50 Ländern Christen und Gemeinden, die wegen ihres Glaubens bedrängt und unterdrückt werden.

Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ würdigt mit der Auszeichnung „die große Treue“ des Werkes zu seinem Gründer Richard Wurmbrand (1909–2001) und sein Selbstverständnis als „Stimme der Märtyrer“. Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist die Referentin für Religionsfreiheit bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Michaela Koller (Frankfurt am Main).

Wie sie bei der Preisverleihung sagte, sieht die HMK die verfolgten Christen nicht als Bittsteller an, „sondern verweist auf die Segen bringenden, mutigen Glaubenszeugnisse der bedrängten Gemeinde“. Christen, die in Freiheit leben, würden so aufgefordert, „eindeutiger in der Nachfolge Jesu zu leben“.

„Die Renaissance des Christentums kommt aus Afrika“

Die Laudatio auf die HMK hielt der frühere Geschäftsführer der IGFM, Karl Hafen (Unkel bei Bonn). Nach seinen Worten ist aus der Idee von Pastor Wurmbrand zur Gründung der HMK ein weltumspannendes Hilfswerk geworden. Es helfe denjenigen, die ihren christlichen Glauben nicht frei leben können und verfolgt werden. In diesem Sinne betreibe das Werk „Weltmission mit tätiger Nächstenliebe“.

Die HMK stehe etwa auch den Christen in Nigeria zur Seite, die unter der Verfolgung durch die Terrororganisation Boko Haram leiden. Hafen zeigte sich überzeugt: „Die Renaissance des Christentums kommt aus Afrika.“ Der Vorstandsvorsitzende der HMK, Stefan Weber (Güglingen bei Heilbronn), nahm den Preis entgegen. Er betonte: „Die HMK wird auch in Zukunft Stimme der Märtyrer sein, ob man es hören will oder nicht.“

HMK-Missionsleiter Manfred Müller (Uhldingen/Bodensee und Wetzlar) sagte, von der verfolgten Gemeinde könne man lernen, leidensbereit zu sein und das Evangelium mutig weiterzugeben. Der Preisverleihung zugeschaltet waren auch mehrere Grußredner, darunter die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneequa Anthony (Lahore). Sie gratulierte der HMK zu der Ehrung und wünschte für ihre Arbeit Gottes Segen. Die Juristin war 2017 mit dem Stephanus-Preis ausgezeichnet worden.

Westliche Kirchen glaubten Wurmbrand nicht – Bis heute nicht entschuldigt

Der Vorsitzende der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, Helmut Matthies (Brandenburg/Havel) erinnerte an HMK-Gründer Wurmbrand, der während der kommunistischen Herrschaft in Rumänien 14 Jahre inhaftiert war und gefoltert wurde. Er habe als Erster – noch vor Alexander Solschenizyn (1918–2008) – mit großem Echo auf die Christenverfolgung im damaligen Ostblock aufmerksam gemacht. Die westlichen Kirchen hätten ihm jedoch nicht geglaubt.

Der Weltkirchenrat, der Lutherische Weltbund und auch die EKD hätten erklärt, Wurmbrand übertreibe, denn mit dem Ende der Stalinzeit 1953 habe es keine Unterdrückung mehr gegeben. Nach dem Ende der kommunistischen Diktaturen im Ostblock hätten jedoch zahllose Zeugen die Angaben Wurmbarnds bestätigt und ihm gedankt. Trotz dieser Rehabilitation hätten sich die kirchliche Zusammenschlüsse und die EKD nicht bei Wurmbrand, seiner Familie oder der HMK entschuldigt. Matthies: „Diese Haltung meiner Kirche beschämt mich bis heute.“

Einige Preisträger

Die 2006 gegründete „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stiftung verleiht alljährlich ihren Stiftungspreis oder Sonderpreis.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan, Kardinal Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, der 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt und der frühere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ ist Oberstudienrat i. R. Wolfgang Link (Gengenbach/Schwarzwald).

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