Gesellschaft

Feministin Schwarzer kritisiert geplantes „Selbstbestimmungsgesetz“

Lesezeit: 2 min

Die Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“, Alice Schwarzer. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
Die Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“, Alice Schwarzer. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Köln (IDEA) – Die Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“, Alice Schwarzer (Köln), übt Kritik am geplanten „Selbstbestimmungsgesetz“. Hintergrund: Die Ampelkoalition hat angekündigt, das derzeit geltende Transsexuellengesetz abzuschaffen. Es regelt, unter welchen Bedingungen man seinen personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag ändern lassen kann, wenn man sich nicht mit dem Geburtsgeschlecht identifizieren kann. Nach geltendem Recht kann die Änderung auf Antrag des Betroffenen durch Gerichtsurteil angeordnet werden. Voraussetzung sind zwei medizinische Gutachten, dass sich das Zugehörigkeitsempfinden „mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird“. Dieses Recht soll durch ein neues Gesetz abgelöst werden, nachdem es für die Änderung von Geschlechtsangabe und Vornamen nur noch auf die Selbstauskunft des Betroffenen ankommt.

„Trans-Mode“ bei Mädchen

In dem von ihr und Chantal Louis herausgegebenen Buch „Transsexualität: Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? Eine Streitschrift“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch) schreibt Schwarzer, es sei ein Fehler, die Existenz eines biologischen Geschlechts fundamental zu leugnen. Es sei eine problematische Entwicklung, dass Transsexualität heute nicht mehr „als schwerer seelischer Konflikt einiger weniger“ gesehen werde, sondern „zunehmend einfach als Weg, sich für die vermeintlich ,falsche‘ Geschlechterrolle einfach den ,passenden‘ Körper zu suchen“.

Die Zahl der medizinisch aktenkundigen jugendlichen Transsexuellen sei in der westlichen Welt innerhalb weniger Jahre um rund 4.000 Prozent gestiegen. Insbesondere bei Mädchen gebe es eine regelrechte „Trans-Mode“. „In manchen Schulklassen sitzen heute vier bis fünf Mädchen, die von sich behaupten, transsexuell zu sein.“ Deshalb warne sie insbesondere davor, bereits Jugendlichen ab 14 Jahren auch ohne Zustimmung der Eltern eine Geschlechtsumwandlung zu ermöglichen. „Diesem Schritt folgen oft lebenslange Hormongaben und schwere operative Eingriffe. Gesunde Körper werden so verstümmelt und lebenslang krank gemacht.“

Es gebe zahlreiche Berichte von Betroffenen, die eine leichtfertig begonnene Geschlechtsumwandlung später bereuten. Weiter schreibt Schwarzer, in Schweden und Großbritannien habe man die Gefahr erkannt. Dort seien geplante „Selbstbestimmungsgesetze“ gestoppt worden, nachdem Therapeuten, Mediziner und Feministinnen dagegen protestiert hätten.

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