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Menschenrechte

Eritrea: Evangelikaler seit 18 Jahren inhaftiert

01.06.2022

Der evangelische Christ Kiflu Gebremeskel aus Eritrea. Foto: privat
Der evangelische Christ Kiflu Gebremeskel aus Eritrea. Foto: privat

Frankfurt am Main/Wetzlar (IDEA) – Zum „Gefangenen des Monats Juni 2022“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Christen Kiflu Gebremeskel aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und für ihn zu beten.

Der 67-Jährige ist seit 18 Jahren inhaftiert. Er wurde am 23. Mai 2004 bei einer Razzia in seinem Haus in der eritreischen Hauptstadt Asmara festgenommen. Damals war der promovierte Mathematiker Leiter der Eritreischen Evangelischen Allianz und Koordinator eines Netzwerks von Hauskirchen, die durch ein Regierungsdekret im Mai 2003 alle verboten wurden. Sie hatten sich vergeblich um eine offizielle Registrierung bemüht.

Gebremeskel wurde zunächst in einer Polizeistation festgehalten. Später überstellte ihn die Polizei in das berüchtigte Zentrale Strafermittlungszentrum Wengel Mermera in Asmara, wo die Gefangenen eingekerkert sind und oftmals seit Jahrzehnten nicht mehr auftauchten. Zuletzt haben Zeugen den früheren Mathematikdozenten 2021 als Patienten bei Krankenhausaufenthalten erkannt. Er wird aber weiter ohne Anklage oder Prozess festgehalten.

In Eritrea sind neben dem Islam nur die orthodoxe, die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche offiziell anerkannt. Christen, die anderen Kirchen angehören, stehen in der Gefahr, willkürlich und ohne Verfahren eingesperrt zu werden. Sie werden bedrängt, ihrem Glauben abzuschwören, und gefoltert. Selbst Einrichtungen der offiziell anerkannten Konfessionen wurden in den vergangenen Jahren ohne ersichtlichen Grund durch die Behörden geschlossen.

Die IGFM und IDEA haben Gebremeskel erstmals im März 2005 zum „Gefangenen des Monats“ ernannt. Angesichts der langen Haftdauer bitten sie den seit 1993 herrschenden eritreischen Diktator Isayas Afewerk, die Religionsfreiheit zu achten und Gebremeskel endlich freizulassen. Schätzungen zufolge sind von den über sechs Millionen Einwohnern Eritreas 51 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen.

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