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Der Sonntag als „wöchentliche Trainingseinheit“

10.01.2022

Die diesjährige Gebetswoche steht unter dem Motto „Der Sabbat – Leben nach Gottes Rhythmus“. Screenshot: www.allianzgebetswoche.de
Die diesjährige Gebetswoche steht unter dem Motto „Der Sabbat – Leben nach Gottes Rhythmus“. Screenshot: www.allianzgebetswoche.de

Bad Blankenburg (IDEA) – Mit Aufrufen, den Sonntag als Ruhetag neu schätzen zu lernen und zu pflegen, hat am 9. Januar die jährliche Gebetswoche der Evangelischen Allianz begonnen. Sie steht unter dem Motto „Der Sabbat – Leben nach Gottes Rhythmus“. Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Pastor Ekkehart Vetter, sagte im Auftaktgottesdienst in Mülheim an der Ruhr : „Am freien Tag können wir Distanz zu unserer Arbeit nehmen und gerade so neue Nähe zu Gott finden.“

Der Sabbat wolle den Menschen nicht beengen, sondern befreien. Gott wolle so dem Menschen Zeit schenken für die Gemeinschaft mit ihm, mit anderen Christen, mit der Familie und Freunden. Eltern sollten den Sonntag als Vorbilder positiv gestalten und nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher, dem PC oder dem Smartphone sitzen. Christen fragte Vetter, ob ihre Gestaltung des Sonntags dazu diene, die eigene Gottesbeziehung zu intensivieren, soziale Beziehungen zu pflegen und sich körperlich zu erholen.

Heimowski: Das Wesen Gottes spiegelt sich in den Geboten

Der Beauftragte des evangelikalen Dachverbandes am Sitz von Bundestag und Bundesregierung, Uwe Heimowski, sagte in Freudenberg-Oberfischbach (Siegerland), wer den Sabbat und die anderen Gebote als Segen erleben wolle, der müsse das Wesen Gottes kennen. Es spiegele sich in den Geboten und zeige sich etwa in Treue, Ehrlichkeit, Wahrheit und Respekt. Sklaverei, Knechtschaft und Unterdrückung entsprächen dagegen nicht dem Wesen Gottes.

Die Evangelische Allianz kämpfe daher seit ihrer Gründung gegen Sklaverei und für Religionsfreiheit. Der Vorstandsvorsitzende des Medienwerkes „ERF – Der Sinnsender“, Jörg Dechert (Wetzlar), predigte im Eröffnungsgottesdienst der Evangelischen Allianz Mainz.

Wie er sagte, brauchen auch Christen im 21. Jahrhundert „die wöchentliche Trainingseinheit ‚Sonntag‘“, um die von Gott gestiftete Identität einzuüben: „Wir gehören zu Gott. Wir leben, um ihn anzubeten. Wir sind wertvoll nicht aufgrund von Leistung – auch nicht von frommer Leistung –, sondern weil Gott uns angenommen hat.“ Dechert gehört zum Geschäftsführenden Vorstand der EAD.

Das Schicksal selbst in die Hand nehmen? Steeb widerspricht Kanzler Scholz

Deren früherer Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) sagte im nordhessischen Treysa, die Würde des Menschen liege nicht in seiner Arbeit und auch nicht in seiner Selbstbestimmung, sondern im göttlichen Ja zu seinem Leben. Steeb warnte vor einer Überschätzung des menschlichen Könnens. Er ging dabei kritisch auf Äußerungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in dessen Neujahrsansprache ein.

Der Regierungschef hatte gesagt: „Wir brechen auf in eine neue Zeit. Eine Zeit, die gut wird, wenn wir sie aktiv gestalten. Denn es macht einen Unterschied, dass wir unser Schicksal selbst entschlossen in die Hand nehmen.“ Steeb entgegnete, wenn Gott nicht vorangehe, sei alles menschliche Tun vergebens. „Darum lasst uns noch viel mehr als bisher dem vertrauen, der uns das Leben gibt und erhält, auf den wir zugehen!“ Gott habe die Zukunft in der Hand: „Mit ihm kommt die neue Zeit. Mit ihm kommt die Ewigkeit.“

Zur EAD mit Sitz im thüringischen Bad Blankenburg gehören rund 1.000 örtliche Allianzkreise. Schätzungen des Dachverbandes zufolge zählte die Gebetswoche vor der Corona-Krise jeweils rund 300.000 Besucher.

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