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„Wo der Pfingstgeist weht, da ändert sich die Kirche“

28.05.2020

„Aus der Kraft des Pfingstgeistes kann mitten in der Krise ein Aufbruch in eine bessere Zukunft werden“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm. Foto: pixabay.com
„Aus der Kraft des Pfingstgeistes kann mitten in der Krise ein Aufbruch in eine bessere Zukunft werden“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm. Foto: pixabay.com

München/Stuttgart/Karlsruhe (idea) – Zu Mut und Zuversicht trotz der Corona-Krise haben evangelische Kirchenleiter in ihren Botschaften zum Pfingstfest (31. Mai und 1. Juni) aufgerufen. „Aus der Kraft des Pfingstgeistes kann mitten in der Krise ein Aufbruch in eine bessere Zukunft werden“, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München). Das Pfingstfest stehe auch für die Erneuerung der Kirche: „Wo der Pfingstgeist weht, da ändert sich die Kirche. Da wagt sie Neues. Da vertraut sie auf die Kreativität und Begeisterung ihrer Mitglieder.“ Anhaltspunkte für die Erneuerungskraft der Kirche während der Corona-Krise bietet nach Angaben der EKD eine Studie, die die Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi) derzeit erstellt. Darin werden 116 Kirchenkreise und Dekanate zu ihren Erfahrungen mit digitalen Verkündigungsformaten während der Corona-Krise befragt. Erste Auswertungen bestätigten, dass die Krise in der evangelischen Kirche „einen nachhaltigen Digitalisierungsschub“ ausgelöst habe, heißt es in einer EKD-Mitteilung. So hätten mehr als die Hälfte der Teilnehmer angegeben, die digitalen Verkündigungsformate auch nach dem „Lockdown“ fortführen zu wollen. Künftig werde es verstärkt sogenannte „hybride“ Gottesdienstformate geben, die sowohl analog als auch digital mitgefeiert werden können.

Landesbischof July: Um Geistesgegenwart beten

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) erinnert in seiner Botschaft an das Pfingstlied „O komm, du Geist der Wahrheit“. Es passe sehr gut in die heutige Zeit: „Wir brauchen Geist und wir brauchen Wahrheit“, äußert July angesichts gesellschaftlicher Verunsicherung und der Suche nach Orientierung. Die Corona-Krise habe große Solidarität und Gemeinsinn hervorgebracht, aber auch Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Während viele in ihrem Reden um wahrheitsgemäße Aufklärung bemüht seien, verbreiteten andere „Verschwörungsmythen und sogar aufstachelnden Hass“. Der Landesbischof ermuntert dazu, um Geistesgegenwart zu beten und zu versuchen, geistesgegenwärtig zu reden und zu handeln. Das bedeute, etwa denen zu widersprechen, „die kein Interesse an Verständigung haben, sondern eine Lust am Aufreißen von Gräben“. Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) erklärte in seinem „Wort“ zu Pfingsten: „Der Mut wächst, die politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen, die die Folgen der Corona-Pandemie überwinden sollen, unter eine Überschrift zu stellen: Wir suchen nach einer neuen globalen, enkeltauglichen und nachhaltigen Gerechtigkeit! Dazu gibt uns der Geist Gottes die Kraft.“

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