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Bedford-Strohm: Die Situation von Asia Bibi ist „grauenhaft“

11.11.2018

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (rechts) bei der Pressekonferenz der EKD-Synode. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (rechts) bei der Pressekonferenz der EKD-Synode. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Würzburg (idea) – Als „grauenhaft“ hat der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), die Situation der aus der Haft entlassenen pakistanischen Christin Asia Bibi bezeichnet. Es sei bedrückend zu sehen, wie diese Menge von Menschen ihren Tod fordere, sagte er am 11. November vor Journalisten am Rande der EKD-Synode in Würzburg. Die Katholikin war 2010 zum Tode verurteilt worden, weil sie den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Das Oberste Gericht hob das Urteil in einem am 31. Oktober 2018 verkündeten Richterspruch auf. Die Entscheidung löste massive Proteste radikaler Muslime aus. Laut Medienberichten wird die fünffache Mutter an einem geheimen Ort in Pakistan versteckt und streng bewacht. Unklar ist noch, ob sie das Land verlassen darf. Die pakistanische Regierung, so Bedford-Strohm, scheine offensichtlich machtlos zu sein. Es gelinge ihr offenbar nicht genügend, Bibi zu schützen. Er habe sich auf Facebook deutlich zu der Situation geäußert. Dort hatte der Ratsvorsitzende unter anderem geschrieben, dass er für Bibi bete und hoffe, dass sie bald in Sicherheit sei. Was er darüber hinausgehend persönlich aus der Ferne tun könne, wisse er nicht. Bibi und ihre Familie brauchten einen sicheren Ort zum Leben. Wenn Deutschland ein Ort ihrer Wahl wäre, müsste Deutschland sich darum kümmern, so Bedford-Strohm. Bibis Rechtsanwalt Saif-ul-Malook sagte gegenüber der „Bild am Sonntag“, seine Mandantin „wäre glücklich“, wenn sie mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen könnte. Der Anwalt wird wie seine 51-jährige Mandantin mit dem Tod bedroht und ist in die Niederlande geflüchtet.

Für eine Jugendsynode

Ferner sprach sich der Ratsvorsitzende für eine Jugendsynode im Vorfeld der verbundenen Synoden der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der EKD aus. Diese tagen jährlich zeitgleich am selben Ort. Eine solche Jugendsynode hatte zuvor die VELKD in einem Beschluss angeregt. Eine Quotierung, damit mehr junge Erwachsene in den Synoden vertreten seien, nannte er die zweitbeste Lösung. Wenn die Veränderungen allerdings so träge seien, dass es Jahre dauere, sei auch eine Quotenregelung denkbar. In der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes etwa müssen 20 Prozent der Teilnehmer unter 30 Jahren sein.

Sexualisierte Gewalt: Jeder einzelne Fall ist ein Skandal

Ferner ging Bedford-Strohm auf das Thema „Sexualisierte Gewalt in der Kirche“ ein, das auch auf der Synode behandelt werden soll. Jeder einzelne Fall sei ein Skandal. Er wolle sich an die Opfer wenden: „Bitte melden Sie sich bei uns! Wir wollen es wissen.“

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