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Menschenrechte

Hilfswerk: Afghanistan braucht unsere Gebete

17.11.2021

Udo Stolte ist der deutsche Direktor des christlichen Hilfswerks Shelter Now. Foto: IDEA/Wolfgang Köbke
Udo Stolte ist der deutsche Direktor des christlichen Hilfswerks Shelter Now. Foto: IDEA/Wolfgang Köbke

Schwäbisch Gmünd (IDEA) – „Afghanistan braucht unsere Gebete.“ Diesen Appell richtete der deutsche Direktor des christlichen Hilfswerks Shelter Now, Udo Stolte, am 17. November an die Teilnehmer des Kongresses „Christenverfolgung heute“. Die Situation habe sich unter den Taliban noch einmal sehr verschlimmert. Mädchen dürften nicht mehr zur Schule gehen. Die Bevölkerung hungere, sagte Stolte. Shelter Now versorge aktuell bis zu 350.000 Menschen. Das sei mit Blick auf die große und unvorstellbare Not ein kleiner Beitrag.

Stolte sagte, dass Gott auch heute Wunder tun könne, so wie es vor 20 Jahren geschehen sei. Hintergrund: 24 Mitarbeiter – darunter vier Deutsche – von „Shelter Now“ waren vor 20 Jahren in Afghanistan vom Taliban-Regime inhaftiert worden. 102 Tage verbrachten sie unter katastrophalen Bedingungen in Haft, bis sie im November 2001 von US-Truppen befreit wurden.

Shelter Now engagiert sich seit 1988 in Afghanistan und seit 2014 in der Autonomen Region Kurdistan. Es finanziert seine Aktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden.

Der katholische Priester Mussie Zerai. Foto: IDEA/ Wolfgang Köbke

Warum Menschen aus Eritrea fliehen

Der katholische Priester Mussie Zerai (Rom) sagte auf dem Kongress, dass Christen im nordostafrikanischen Eritrea unter großen Einschränkungen litten. Der Patriarch der Eritreisch-Orthodoxen Kirche, Abune Antonios, etwa befinde sich seit 15 Jahren im Hausarrest, weil er öffentlich gefordert habe, dass die Regierung sich nicht in kirchliche Angelegenheiten einmische. Es gebe nur vier staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften: Das seien neben den Muslimen die orthodoxe, die römisch-katholische und die lutherische Kirche. Pfingstkirchen sowie baptistische und methodistische Kirchen seien hingegen vollständig verboten, sagte der in Eritrea geborene Zerai: „Aus Sicht des Regimes sind sie Agenten.“

In den vergangenen Jahren seien die Einschränkungen aber für alle Christen größer geworden. So hätten die Behörden vor wenigen Monaten über 100 kirchliche Schulen und Kindergärten beschlagnahmt.

Zerai zufolge müssen alle Bürger zwischen 15 und knapp 60 Jahren Wehrdienst leisten. Es gebe keine Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern. Das sei der Hauptgrund, warum Eritreer aus ihrem Land fliehen. Denn nur wer den Militärdienst leiste, dürfe darüber hinaus eine Arbeitsstelle annehmen, um etwas für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen: „Das ist eine Legalisierung der Sklaverei.“

Der viertägige Kongress wurde veranstaltet vom Christlichen Gästezentrum Schönblick (Schwäbisch Gmünd) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit rund 40 evangelischen, katholischen und freikirchlichen Hilfswerken sowie Menschenrechtsorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er endete am 17. November.

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