Menschenrechte

Indien: Sieben Christen zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an die indische Präsidentin für die Freilassung der Betroffenen einzusetzen.

Lesezeit: 2 min

Pastor Chhot Singh Dhurve und weitere Christen wurden in Indien zu Haftstrafen verurteilt.
Pastor Chhot Singh Dhurve und weitere Christen wurden in Indien zu Haftstrafen verurteilt. Foto: Privat

Zu „Gefangenen des Monats September 2026“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA den evangelischen Pastor Chhot Singh Dhurve und weitere Christen in Indien benannt. Die beiden Organisationen rufen dazu auf, sich für die Betroffenen einzusetzen. 

Am 12. Juni verurteilte ein Richter den 49-Jährigen Pastor und sechs andere Christen unter anderem wegen Verstoßes gegen das Antibekehrungsgesetz im Bundesstaat Madhya Pradesh zu jeweils fünf Jahren Haft. Zusätzlich erhielten sie jeweils noch eine Geldstrafe von umgerechnet mehr als 900 Euro. Die weiteren Verurteilten sind Sanjay Markam, Santosh Paraste, Amit Kumar, Pramod Singh, Karan Singh Maravi und Jeet Singh. Sie sind zwischen 20 und 48 Jahre alt. 

Im Bundesstaat Madhya Pradesh regiert seit März 2020 die hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (Indische Volkspartei). Dort gilt seit 2021 ein strenges Gesetz gegen Bekehrungen, auf dessen Grundlage bereits viele Angehörige der christlichen Minderheit inhaftiert wurden. Die sieben Christen kamen erstmals nach einer Auseinandersetzung am Rande eines Familienfestes am 27. April 2024 in Haft. Ein Cousin des Gastgebers hatte die Feier als ungeladener Gast gestört und die dort versammelten Christen beschuldigt, Einheimische zu verleiten, zum Christentum überzutreten. Schließlich rückte ein Mob von mehr als 100 Menschen an und umzingelte das Haus, wo das Fest stattfand. Als die Polizei zum Schutz der bedrängten Christen gerufen wurde, kam sie zwar, nahm aber die Betroffenen fest. 

Sie kamen alle Anfang Mai 2024 nach Hinterlegung einer Kaution vorübergehend frei. Gegen die Urteile haben die Christen Berufung eingelegt. Die IGFM und IDEA bitten darum, sich in Appellen an die indische Präsidentin Draupadi Murmu für die Freilassung der Inhaftierten einzusetzen. Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, zu dem auch das Recht gehört, andere zum eigenen Glauben einzuladen. 

Von den etwa 1,4 Milliarden Einwohnern Indiens sind 72 Prozent Hindus, 14 Prozent Muslime und fünf Prozent Christen.

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