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Glaube

Das Evangelium in den Mittelpunkt stellen

01.08.2025

Stephanie Mittelbach: „Wirkliches Bewahren bedeutet, dass wir uns bewegen müssen.“ Foto: Achim Halfmann
Stephanie Mittelbach: „Wirkliches Bewahren bedeutet, dass wir uns bewegen müssen.“ Foto: Achim Halfmann

Die Mediatorin und Theologin Stephanie Mittelbach (Wechselburg) hat dazu aufgerufen, das Evangelium als Mittelpunkt zu betrachten und menschliche Traditionen immer wieder neu zu hinterfragen. Sie sprach am 1. August bei der Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg über einen Abschnitt aus dem Kolosserbrief (2,6–15).

Die Kernaussage aus dem Kolosserbrief sei aus ihrer Sicht, sich auf das Evangelium zu fokussieren, anstatt über randständige Themen oder Traditionen zu sprechen. Das habe damals bedeutet, nicht mehr darüber zu diskutieren, ob eine Beschneidung der Vorhaut stattfinden müsse. Die „Jesusgläubigen“ bräuchten keine Vorhautbeschneidung: „Sie gehören dazu, weil sie ihr Vertrauen auf Jesus gesetzt haben.“

Wo suchen Menschen Erlösung?

Jesus habe zudem falsche Propheten oder Personen kritisiert, die behaupteten, der Erlöser zu sein. Die Frage sei, was das heute bedeute. Häufig verbinden Menschen ihr zufolge bestimmte Entwicklungen mit einer Erlösung. Sie selbst habe sich beispielsweise als junge Frau für hässlich gehalten und geglaubt, dass alles gut werde, wenn sie einen Ehemann finde. Sie fragte die Zuhörer, auf welchen Gebieten sie Erlösung suchten und was sich in ihrem Leben als „Erlöser“ inszeniere. Sie ermutigte, die Dinge dann anzuschauen und Stück für Stück anzupacken.

Jesus warnte vor Menschengeboten

Ferner habe Jesus auch vor schädlichen Inhalten, falscher Lehre und Menschengeboten gewarnt. Bei Aussagen wie „Das macht man nicht im Hause Gottes“ rate sie, hellhörig zu werden und diese zu durchdenken. Das könnten ganz unterschiedliche Themen sein. Als ein Beispiel nannte sie unter anderem die geschlechtliche Orientierung: „Besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass du deine Haltung zu Homosexualität überdenkst, weil so viele neue Erkenntnisse dazugekommen sind?“

Sie habe den Eindruck, dass Christen sich manchmal hochzögen an den „Maximalsünden unserer Zeit“. Christen aller Zeiten hätten sich geirrt. Sie rief die Zuhörer auf, sich zu fragen, wo sie gerade möglicherweise irrten. Es sei ein Irrtum, dass Bewahren bedeuten würde, alles zu lassen, wie es ist: „Wirkliches Bewahren bedeutet, dass wir uns bewegen müssen.“ Die wichtigste Botschaft ihrer Andacht sei, dass man nichts tun könne, damit Gott einen mehr oder weniger liebe. Das sei der Kern von Gottes Liebe.

Die diesjährige Allianzkonferenz geht noch bis zum 3. August und steht unter dem Thema „Focus Jesus“. Offizielle Partner der Allianzkonferenz sind die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA, das Stromversorgungsunternehmen Energiestifter und die Evangelische Hochschule Tabor (Marburg).

Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet. In Deutschland gibt es heute an rund 900 Orten Allianzkreise. Die EAD veranstaltet unter anderem jährlich die Allianzgebetswoche. Die Allianzkonferenz fand erstmals 1886 statt. Das Allianzgelände in Bad Blankenburg gilt heute als Zentrum der Evangelikalen in Deutschland.

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