Glaube

Christen sollten sich nicht in dogmatischer Korrektheit verlieren

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Der Leiter des Arbeitskreises Frieden und Versöhnung der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Eberhard Jung, bei der Allianzkonferenz. Screenshot: YouTube/Allianzkonferenz Bad Blankenburg
Der Leiter des Arbeitskreises Frieden und Versöhnung der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Eberhard Jung, bei der Allianzkonferenz. Screenshot: YouTube/Allianzkonferenz Bad Blankenburg

Der Leiter des Arbeitskreises Frieden und Versöhnung der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Eberhard Jung, hat Christen dazu aufgerufen, sich nicht in dogmatischer Korrektheit zu verlieren. Er sprach am Abend des 31. Juli bei der Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg über einen Abschnitt aus dem Kolosserbrief (1,24-2,5).

Als ein Beispiel nannte er die Beurteilung von Homosexualität. Er erlebe zu viele Christen, die dann in die dogmatische Korrektheit gingen, aber nicht für diese Menschen litten. Er sei sich sicher, dass Homosexualität Sünde sei – also etwas, was Gott missfalle.

„Aber trotzdem ist die spannende Frage: Wie gehen wir mit diesen Menschen um? … Haben sie Platz in unseren Gemeinden? Sind wir bereit, stellvertretend für diese Menschen zu leiden, zu weinen?“ Da müssten Christen sich entscheiden.

Er sei mittlerweile ein Anhänger von letzterem: „Ich will lieber leiden, als mich in der dogmatischen Korrektheit zu verlieren.“ Zudem bezeichnete Jung Leiden als ein „Wesensmerkmal von Nachfolge“: „Eine Nachfolge ohne Leiden gibt es nicht.“ Darauf wolle Paulus die Leser des Briefs aufmerksam machen.

Das funktioniere auch nur, so Jung, wenn Menschen sich berühren lassen. Er fragte: „Weinen wir bei Menschen, die Jesus noch nicht kennen? Oder lässt es uns in letzter Konsequenz doch kalt?“ Er müsse gestehen, dass es ihn über viele Jahre nicht berührt habe: „Das ist nicht das, was Gott von uns will.“

Die Allianzkonferenz geht noch bis zum 3. August. Offizielle Partner sind die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA, das Stromversorgungsunternehmen Energiestifter und die Evangelische Hochschule Tabor (Marburg).

Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet. In Deutschland gibt es heute an rund 900 Orten Allianzkreise. Die EAD veranstaltet unter anderem jährlich die Allianzgebetswoche. Die Allianzkonferenz fand erstmals 1886 statt. Das Allianzgelände in Bad Blankenburg gilt heute als Zentrum der Evangelikalen in Deutschland.

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