Menschenrechte

US-Bundesstaat Massachusetts erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt

Gouverneurin Maura Healey hat ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. In Zukunft darf jeder Arzt in dem Bundesstaat darüber entscheiden, ob er eine vorgeburtliche Kindstötung durchführen will. Mehrere Lebensrechtsorganisationen kritisieren das Gesetz scharf.

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Im US-Bundesstaat Massachusetts darf ein Kind bis zur Geburt abgetrieben werden.
Im US-Bundesstaat Massachusetts darf ein Kind bis zur Geburt abgetrieben werden. Foto: KI-generiert von IDEA

Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Massachusetts, Maura Healey (Demokraten), hat ein Gesetz unterzeichnet, das vorgeburtliche Kindstötungen bis unmittelbar vor der Geburt ermöglicht. Wie das Nachrichtenportal Christian Post berichtet, sind damit nun in elf von 50 US-Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington D.C. Abtreibungen ohne zeitliche Begrenzung erlaubt. 

In Massachusetts galt bisher die 24. Schwangerschaftswoche als Schwelle. Danach waren Abtreibungen nur zulässig, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter bedroht waren, eine vorgeburtliche Fehlbildung vorlag oder das Kind außerhalb des Mutterleibs ohne erhebliche medizinische Hilfe nicht überlebensfähig gewesen wäre. Das neue Gesetz streicht diese konkreten Bedingungen und überlässt die Entscheidung dem behandelnden Arzt. Zudem entfällt die Pflicht, Abtreibungen nach der 24. Woche in einem Krankenhaus durchzuführen. 

Die Demokraten hatten das Gesetz im Eilverfahren durch das Parlament gebracht. Im Juli hatte es das Repräsentantenhaus (das Unterhaus) des Staates mit 119 zu 35 Stimmen passiert. Dabei hatten sämtliche Republikaner und auch zehn Demokraten dagegen gestimmt.

Eine der schwersten Menschenrechtsverletzungen

Mehrere Lebensrechtsorganisationen reagierten mit scharfer Kritik. Die Präsidentin der Lebensschutzorganisation „Massachusetts Citizens for Life“ (Bürger von Massachusetts für das Leben/Walpole), Myrna Maloney Flynn, bezeichnete die Verabschiedung des Gesetzes in einer Mitteilung als eine der „schwersten Menschenrechtsverletzungen“. 

Sie warnte vor „passiver Gleichgültigkeit“ gegenüber Spätabtreibungen. Die Geschichte zeige, was solche Gleichgültigkeit für Menschen bedeute, die von der Gesellschaft als „weniger als menschlich“ eingestuft und nicht für schutzwürdig gehalten würden. „Unglücklicherweise wiederholt sich die Geschichte – zum Nachteil der Frauen in Massachusetts und ihrer ungeborenen Kinder.“

Geborene Kinder werden gerettet, ungeborene dürfen getötet werden

Die Präsidentin des Nationalen Komitees für das Recht auf Leben (National Right to Life/Alexandria im Bundesstaat Virginia), Carol Tobias, erklärte einer Mitteilung zufolge, die Gouverneurin und das Parlament von Massachusetts hätten den letzten Schutz für ungeborene Kinder beseitigt, die Schmerz empfinden oder außerhalb des Mutterleibs überleben könnten. Während Frühgeborene auf Intensivstationen versorgt würden, um ihr Leben zu retten, erlaube Massachusetts nun Abtreibungsärzten, das Leben gleichaltriger oder sogar älterer Kinder zu beenden.

Forderung nach bundesweiten Gesetzen zum Schutz der Ungeborenen

Auch die Präsidentin der Lebensrechtsbewegung „Susan B. Anthony List“ (Arlington/Bundesstaat Virginia), Marjorie Dannenfelser, kritisierte die Unterzeichnung des Gesetzes scharf. Es müsse „das Gewissen erschüttern, dass Zehntausende ungeborene Amerikaner jedes Jahr barbarisch Glied für Glied zerstückelt und auseinandergerissen werden“. Diese Zahl werde durch die Verabschiedung des neuen Gesetzes weiter steigen, wie Dannenfelser einer Mitteilung zufolge erklärte. 

Sie forderte die Republikanische Partei in diesem Zusammenhang auf, ihre Position aufzugeben, Abtreibungsregelungen allein den Einzelstaaten zu überlassen. Ohne nationale Gesetze zum Schutz ungeborener Kinder blieben die USA eines von nur acht Ländern weltweit, die Abtreibungen zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft erlaubten. 

Zum Hintergrund: Das der Lebensrechtsbewegung nahestehende Charlotte-Lozier-Institut in Arlington schätzt, dass in den USA jährlich über 60.000 Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden.

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