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Rettungsschiff mit Antifa-Flagge: EKD-Reaktion ist „empörend“

19.04.2021

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder. Foto: PR/ Laurence Chaperon
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder. Foto: PR/ Laurence Chaperon

Berlin (IDEA) – Scharfe Kritik am Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit der Flagge der „Antifaschistischen Aktion“ (Antifa) auf dem Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ haben zwei Bundestagsabgeordnete der CDU geübt.

Hintergrund: Das ehemalige Forschungsschiff „F.S. Poseidon“ war im Januar 2020 von dem kirchlich initiierten Bündnis „United4Rescue“ für 1,5 Millionen Euro aus Spendengeldern ersteigert worden, um es unter dem Namen „Sea-Watch 4“ für die Seenotrettung im Mittelmeer einzusetzen. Mit der Taufe im Februar 2020 in Kiel wurde das frühere Forschungsschiff offiziell an die Organisation „Sea-Watch“ übergeben. Vorsitzender von United4Rescue ist der Theologische Vizepräsident des EKD-Kirchenamtes in Hannover, Thies Gundlach.

Insbesondere der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), hatte das Projekt vorangetrieben. Der Verein „Sea-Watch“ hatte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA bestätigt, dass die Antifa-Flagge an dem Schiff angebracht ist.

Kauder: Die EKD kann sich nicht einfach wegducken

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder (Tuttlingen) sagte gegenüber IDEA, er habe „die Seenotrettung und auch die Aktion der EKD unterstützt, weil wir als Christen niemanden ertrinken lassen dürfen“. Dass aus dem vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten Schiff jetzt ein Schiff der Antifa geworden sei, empöre ihn: „Noch mehr empört mich aber die Reaktion der EKD. Wer mit massiven Spenden die Aktion unterstützt, kann sich nicht einfach wegducken.“

Er erwarte, dass die Antifa-Flagge verschwinde oder die Spenden aufhörten. Auf der Internetseite von United4Rescue heißt es, dass mit den eingesammelten Spenden die zivile Seenotrettung im Mittelmeer unterstützt werde – „und zwar organisationsübergreifend und vor allem dort, wo akut Geld fehlt“.

Krauß: Kirche kann nicht mit linken Gewalttätern in einem Boot sitzen

Ähnlich äußerte sich der sächsische Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß (Schwarzenberg/Erzgebirge). Er forderte die EKD auf, ihre Unterstützung für die „Sea-Watch 4“ einzustellen, solange das Schiff unter der Antifa-Flagge segele. Die evangelische Kirche distanziere sich richtigerweise vom Rechtsextremismus. Das müsse aber auch gegenüber dem Linksextremismus geschehen: „Die Kirche kann nicht mit linken Gewalttätern in einem Boot sitzen.“ Die Antifa stehe für politisch motivierte Gewalt: „Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm muss jetzt ein Machtwort sprechen.“

Eine EKD-Sprecherin hatte zuvor auf IDEA-Anfrage zu der Antifa-Flagge geantwortet: „Bei allen Anfragen rund um die Sea-Watch 4 wenden Sie sich bitte an Sea-Watch.“ Zudem äußerte sie, dass die EKD mit vielen anderen Institutionen, Parteien und Organisationen in Deutschland für eine auf der Würde jedes Menschen gründende, offene, tolerante und gerechte Gesellschaft einstehe: „Die EKD wendet sich entschieden gegen rechtspopulistische, rechtsextreme, rassistische, minderheitenfeindliche und völkisch-nationalistische Einstellungen. Dabei setzt sich die EKD ausdrücklich für gewaltfreie Lösungen ein.“

Das Bündnis United4Rescue entstand auf Initiative der EKD. In ihm haben sich mehr als 550 Organisationen und Institutionen zusammengeschlossen.

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