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Berlin
09. September 2019

Tausende Teilnehmer beim „Marsch für das Leben“ erwartet

2018 hatten sich rund 5.300 Menschen am „Marsch für das Leben“ in Berlin beteiligt. Foto: idea/M. Pletz
2018 hatten sich rund 5.300 Menschen am „Marsch für das Leben“ in Berlin beteiligt. Foto: idea/M. Pletz

Berlin (idea) – Der Bundesverband Lebensrecht hat zur Teilnahme am „Marsch für das Leben“ am 21. September in Berlin aufgerufen. Wie die Vorsitzende Alexandra Maria Linder (Weuspert/Sauerland) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, erwartet sie aufgrund der Resonanz und der Aktualität bioethischer Themen 5.000 bis 8.000 Teilnehmer. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 5.300 Menschen beteiligt. Sie mussten von 500 Polizisten vor linksradikalen Gegendemonstranten geschützt werden. Der Marsch beginnt mit einer Kundgebung vor dem Reichstag und führt anschließend fünf Kilometer durch die Stadt. Den Abschluss bildet ein ökumenischer Gottesdienst, der vom (katholischen) Weihbischof der Diözese Augsburg, Florian Wörner, und dem Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Hans-Jörg Voigt (Hannover), geleitet wird. Außerdem ihre Teilnahme zugesagt haben dem Verband zufolge die katholischen Bischöfe Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau), der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), und deren ehemaliger Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart). Führende Repräsentanten aus der EKD hätten sich nicht angemeldet, so Linder. Bereits am 20. September veranstaltet der Verband in Berlin eine Fachtagung unter dem Thema „Kultur des Lebens? Ideal und Wirklichkeit“.

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Vorsitzende der Evangelischen Frauen unterstützt Gegendemo

Zu Protesten gegen den Marsch ruft unter dem Motto „Leben und lieben ohne Bevormundung“ ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ auf. Zu den Unterstützern gehören unter anderen die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und „Die Linke“. Als Rednerin bei der Abschlusskundgebung ist auch die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland, Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth (Berlin), angekündigt. Das linksradikale Bündnis „What the fuck!“ plant eine queer-feministische Gegendemo und Aktionen, die zeitgleich zum Marsch stattfinden sollen. Dessen Teilnehmer setzten sich meist nur für die Familien ein, die „weiß, deutsch, christlich und hetero“ sind, so der Vorwurf von „What the fuck!“. Beide Bündnisse fordern, die Paragrafen 218 und 219 StGB zu streichen und damit ein Recht auf Abtreibung zu schaffen.

Kardinal Woelki: Das Leben „nicht nach Gutdünken wegwerfen“ – Papst lässt grüßen

Auf seinem Internetauftritt veröffentlichte der Bundesverband Lebensrecht Grußworte prominenter Unterstützer des Marsches. Darunter sind führende Repräsentanten der römisch-katholischen Kirche wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, die Erzbischöfe von Freiburg und Paderborn, Stephan Burger und Hans-Josef Becker, sowie der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, übermittelte die Grüße von Papst Franziskus. Die Teilnehmer des Marsches gäben Zeugnis für die Menschenwürde, „die jedem vom ersten Augenblick seiner Existenz bis zum letzten Augenblick zukommt“. Niemand habe das Recht, sie zu nehmen, so Eterovic. Kardinal Woelki ruft dazu auf, „das diesseitige Leben als Gottes Geschenk“ zu schätzen, zu achten und zu ehren. Gott habe es nicht dazu gegeben, „dass wir es nach Gutdünken wegwerfen“. Grüße übermittelte ferner der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos (Bonn). Die Teilnehmer – darunter auch Mitglieder der orthodoxen Kirchen – gingen für Christus auf die Straße: „Möge Gott dieses Engagement und diesen Glauben segnen!“

Freikirchliche Repräsentanten unterstützen den Marsch

Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting (Witten), dankt allen, die ihre Stimme erheben und „die ganz Praktisches tun, um Schwangere und deren Familien zu unterstützen“. Der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Christoph Stiba (Wustermark bei Berlin), schreibt, weil Christus das Leben und alles Lebendige liebt, setzten sich auch seine Nachfolger dafür ein – so etwa beim „Marsch für das Leben“. Deshalb wünsche er den Teilnehmern „von Herzen Gottes Segen“.

Pfarrer Uwe Holmer: Lebensschützer sind „Gehilfen der Freude“

Der als Gastgeber von Erich und Margot Honecker bekanntgewordene mecklenburgische Pfarrer Uwe Holmer (Serrahn) vertritt in seinem Schreiben die Ansicht, dass Lebensschützer „keine dunklen Fanatiker, sondern Gehilfen der Freude“ seien. „Wo das Leben geschützt wird, kann Lebensfreude aufkommen.“

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