Gesellschaft, Politik

Mehrheit ist gegen Hinweisschilder für muslimische Freitagsgebete

Ostdeutsche lehnen sie häufiger ab als Westdeutsche. Ein ganz anderes Meinungsbild gibt es bei den jüngsten Befragten. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von IDEA.

Lesezeit: 2 min

Hinweis auf muslimisches Freitagsgebet am Ortseingang von Penzberg in Oberbayern
Hinweis auf muslimisches Freitagsgebet am Ortseingang von Penzberg in Oberbayern Foto:picture alliance/dpa/Lukas Barth-Tuttas

Die absolute Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) ist dagegen, dass Hinweisschilder an Ortseingängen neben christlichen Gottesdiensten auch auf muslimische Freitagsgebete hinweisen. Das ergab eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. 22 Prozent würden solche Hinweise begrüßen. 16 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, vier Prozent machten keine Angabe. 

Männer lehnen Hinweise auf muslimische Freitagsgebete häufiger ab als Frauen (60 Prozent gegenüber 56 Prozent). Ostdeutsche tun es häufiger als Westdeutsche (63 Prozent gegenüber 57 Prozent). Nur in der jüngsten Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen spricht sich eine relative Mehrheit von 46 Prozent dafür aus, an Ortseingängen auch Freitagsgebete auszuschildern (dagegen: 33 Prozent). In allen anderen Altersgruppen sind die Gegner in der Mehrheit (30- bis 39-Jährige: 50 Prozent; 40- bis 49-Jährige: 65 Prozent; 50- bis 59-Jährige: 67 Prozent; 60- bis 69-Jährige: 66 Prozent; über 70-Jährige: 64 Prozent). 

Unter den Mitgliedern der christlichen Konfessionen ist die Ablehnung bei den landeskirchlichen Protestanten mit 65 Prozent am größten, gefolgt von den Katholiken (55 Prozent) und den Freikirchlern (41 Prozent). Bei den Muslimen würden 68 Prozent die Hinweise auf Freitagsgebete an Ortseingängen begrüßen, bei den Konfessionslosen ist mit 67 Prozent eine ebenso deutliche Mehrheit dagegen. 

Unter den Anhängern der politischen Parteien sind die Sympathisanten der AfD mit 79 Prozent am häufigsten gegen eine entsprechende Beschilderung, gefolgt von den Parteigängern der CDU/CSU (61 Prozent), der SPD (50 Prozent) und der Grünen (41 Prozent). Bei den Wählern der Linken spricht sich dagegen eine relative Mehrheit von 43 Prozent für solche zusätzlichen Hinweise aus. 

Für die Erhebung im Zeitraum vom 14. bis 17. August 2026 zu der Frage: „Wie stehen Sie zur folgenden Aussage? Hinweisschilder an Ortseingängen sollten neben christlichen Gottesdiensten auch auf muslimische Freitagsgebete hinweisen“ hat INSA 2.006 Bundesbürger online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland sowie nach Geschlecht, Alter und Region.

Unter den Mitgliedern der christlichen Konfessionen ist die Ablehnung bei den landeskirchlichen Protestanten mit 65 Prozent am größten.
Unter den Mitgliedern der christlichen Konfessionen ist die Ablehnung bei den landeskirchlichen Protestanten mit 65 Prozent am größten. ideagrafik

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